A
Aktor
Das KNX-Bauteil im Schaltschrank, das tatsächlich Strom schaltet — z.B. der
Schaltaktor für Licht, der
Dimmaktor für gedimmte Lampen oder der
Jalousieaktor für Rollläden. Aktoren haben mehrere
Kanäle (z.B. 8-fach Schaltaktor = 8 separate Schaltkreise möglich).
Alexa-Skill
Erweiterung für Amazons Sprachassistent Alexa. Über einen KNX-tauglichen Skill (z.B. von Gira, ise Smart Connect) lassen sich Licht, Jalousien und Heizung per Sprachbefehl steuern: „Alexa, Wohnzimmer auf 50 %". Setzt einen
Visualisierungsserver oder eine Cloud-Bridge voraus.
Analogeingang
KNX-Modul, das analoge Messsignale (0–10 V, 4–20 mA, PT1000) auf den Bus bringt. Typischer Einsatz: Temperaturfühler an Wärmepumpe, Helligkeitssensor, Zisternenpegel. Pendant zum
Binäreingang, der nur Schaltzustände erfasst.
Anwesenheits-Simulation
Funktion, bei der KNX im Urlaub automatisch Lichter und Jalousien nach gespeichertem Muster bedient — sodass das Haus bewohnt wirkt. Effektiver Einbruchsschutz, oft als
Szenenprogramm umgesetzt.
Apple HomeKit Bridge
Brücke zwischen KNX und Apples Smart-Home-Plattform HomeKit. Erlaubt Steuerung via iPhone, iPad, Apple Watch und Siri. Bekannte Lösungen: ise Smart Connect KNX Apple HomeKit, Gira X1 mit HomeKit-Unterstützung. Alternative:
Matter als herstellerneutraler Standard.
B
BAFA 459 – Heizungsoptimierung
Bundesförderung des BAFA für Heizungsoptimierung — unter anderem hydraulischer Abgleich, neue Pumpen und
Einzelraumregelung über KNX. Bis zu 20 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Eng verknüpft mit der
BEG-Förderung.
Bedienpanel
Der Wandtaster, mit dem Sie KNX bedienen — von simplen 1-fach-Tastern bis zu 7"-
Touch-Displays. Marken:
MDT, Gira, Jung, Busch-Jaeger. Preisrahmen 109–714 € je nach Komfort. Mehr dazu:
Kosten pro Raum.
BEG – Bundesförderung effiziente Gebäude
Dach-Programm der Bundesregierung für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Umfasst
KfW 458,
KfW 261 und
BAFA 459. KNX-Anlagen sind häufig förderfähig, wenn sie messbare Einsparungen bringen (Einzelraumregelung,
HEMS).
Bereichskoppler
KNX-Gerät, das mehrere
Linienkoppler zu einem Bereich zusammenfasst. Nötig in sehr großen Anlagen (Hotels, Bürogebäude) ab ca. 60 KNX-Linien. Im Einfamilienhaus praktisch nie nötig.
Berührungsschutz
Vorschrift nach
VDE 0100: alle stromführenden Teile im
Schaltschrank müssen so abgedeckt sein, dass sie nicht versehentlich berührt werden können. Realisiert durch Abdeckblenden über freie
TE-Plätze und Klemmenabdeckungen.
Binäreingang
KNX-Modul, das konventionelle Kontakte (Fensterkontakt, Bewegungsmelder ohne Bus, klassischer Lichtschalter) als KNX-Telegramme weitergibt. Typisch 4-, 6- oder 8-fach im REG-Format oder als Unterputzdose. Eng verwandt mit der
Tasterschnittstelle.
Bus / KNX-Bus
Das gemeinsame Kabel-Netzwerk, über das alle KNX-Geräte miteinander reden. Physisch ein 2-adriges Kabel (YCYM), das in einer Linie alle Komponenten verbindet. Alle Geräte hören mit, sprechen aber nur wenn nötig — wie ein Funkkanal. Technisch ein
Multimaster-Bus.
Bus-Koppler
Standardisiertes KNX-Anschlussmodul (BCU). Verbindet Tastern, Sensoren oder Aktoren mit dem
Bus und übernimmt Telegramm-Versand sowie Speicherung der Programmierung. Heute meist fest in den Geräten integriert.
Bus-Spannungsabfall
Spannungsverlust auf langen Bus-Strecken. Pro Linie max. 1.000 m Gesamtlänge, max. 350 m zwischen Speisung und entferntestem Gerät. Bei größeren Distanzen ist ein
Wiederholer oder eine weitere
Busspannungsversorgung nötig.
Busspannungsversorgung
Spezielles Netzteil im Schaltschrank, das die KNX-Geräte mit 24 V Gleichspannung versorgt — getrennt vom 230-V-Hausnetz. Bei großen Anlagen mit zwei BS-Geräten (1.280 mA gesamt).
C
Comfovision
Web- und App-basierte
Visualisierung aus Deutschland, läuft auf einem kleinen
Visualisierungsserver. Schlanke Alternative zu Gira HomeServer und eibPort. Konfiguration über grafischen Editor, ohne Programmierkenntnisse.
D
DALI – Digital Addressable Lighting Interface
Eigener digitaler Bus speziell für Beleuchtungssteuerung. Jede Leuchte ist einzeln adressierbar — ideal für Büros, Hotels und Objekte mit vielen Leuchten. KNX wird über ein
KNX-DALI-Gateway mit DALI verbunden.
Datenpunkt – DPT, Data Point Type
Standardisierter Wertetyp auf dem KNX-Bus. Definiert, wie ein Telegramm zu interpretieren ist — z.B. DPT 1.001 = Schalten (Ein/Aus), DPT 5.001 = Prozent (0–100 %), DPT 9.001 = Temperatur. Sichert die Herstellerneutralität von KNX.
Dimmaktor
Spezieller Aktor, der nicht nur ein- und ausschaltet, sondern stufenlos dimmt. Wichtig: Dimmaktor muss zur Lampe passen —
Phasenanschnitt für Glühlampen/Halogen,
Phasenabschnitt für dimmbare LEDs. Falsche Wahl = flackernde oder beschädigte Lampen. Universell einsetzbar ist der
Universal-Dimmaktor.
DIN 18015
DIN-Norm zur Elektroinstallation in Wohngebäuden. Teil 2 definiert Mindestausstattung (Steckdosen, Leuchtenauslässe), Teil 4 beschreibt explizit Smart-Home- und KNX-Installationen. Wichtige Planungsgrundlage neben
VDE 0100.
Dynamische Stromtarife
Tarife, deren Preis sich stündlich am Börsen-Strompreis orientiert (Tibber, awattar, Octopus). Ein
HEMS verschiebt automatisch Verbraucher wie
Wallbox, Wärmepumpe oder Spülmaschine in günstige Stunden. Spart 10–25 % der Stromkosten pro Jahr.
E
Eaton XBoard
Verteilersystem des Schweizer Herstellers Eaton. Konkurrenz zu
ABB Striebel und
Hager Volta. Im Schaltschrankbau gerne genutzt, weil sehr modular und mit eigenem KNX-Programm (xComfort) ausgestattet.
Effizienzhaus 40 / 55
Bezeichnung des KfW-Standards für besonders effiziente Neubauten und Sanierungen. Die Zahl gibt den maximalen Jahresprimärenergiebedarf in Prozent des Referenzgebäudes an — Effizienzhaus 40 verbraucht also nur 40 % davon. Voraussetzung für die
KfW 261-Förderung.
Eigenverbrauchsquote
Anteil des selbst erzeugten
PV-Stroms, der direkt im Haus verbraucht wird. Ohne Steuerung typisch 25–35 %, mit
HEMS und KNX über 60 %. Je höher die Quote, desto schneller amortisiert sich die PV-Anlage. Stichwort:
PV-Überschussladen.
EIB – European Installation Bus
Der Vorgänger-Begriff für KNX. Bis 2002 hieß die Technik EIB, ab 2002 wurde sie unter dem Namen KNX neu vermarktet. EIB und KNX sind das gleiche System — alte EIB-Anlagen sind voll mit modernen KNX-Geräten kompatibel.
eibPort
Visualisierungsserver der Firma b.a.b-technologie. Web-basierte Bedienoberflächen, umfangreiche Logik-Editoren und Schnittstellen zu Sonos, Philips Hue, Alexa. Direkter Konkurrent zu Gira HomeServer und
Comfovision.
EN 50090
Europäische Normreihe für die Hausautomation. Beschreibt KNX als „Home and Building Electronic Systems" (HBES). Internationales Gegenstück:
ISO 14543-3. Gewährleistet einheitliche Tests und Herstellerneutralität.
Energie-Mess-Aktor
Spezieller
Schaltaktor mit integrierter Verbrauchsmessung pro Kanal. Liefert Watt-, kWh- und Stromwerte direkt auf den KNX-Bus — ideal für die
Visualisierung und für
HEMS-Logiken. MDT, ABB und Lingg & Janke bieten 8- bis 16-Kanal-Varianten.
EnOcean
Funk-Standard für batterielose Taster und Sensoren, die ihre Energie aus Druck, Licht oder Temperaturdifferenz gewinnen. Über ein KNX-EnOcean-Gateway in KNX integrierbar. Ideal für nachträgliche Sensoren ohne Verkabelung. Konkurrenz:
Zigbee,
Z-Wave,
KNX RF.
ETS – Engineering Tool Software
Die offizielle Programmier-Software für KNX-Anlagen. Damit wird jeder Schalter, jede Funktion eingerichtet (z.B. „Taster oben links im Wohnzimmer schaltet Deckenlampe"). Lizenz kostet ca. 1.000 €/Jahr — meist beim Schaltschrankbauer oder Elektriker. Es gibt
ETS Professional und
ETS Inside.
ETS Inside
Schlanke Variante der
ETS-Software für kleine Projekte und Endkunden. Läuft auf einem dauerhaft installierten Server-Modul; Bedienung via Tablet im Browser. Limitiert auf 255 Geräte, daher für Einfamilienhäuser ausreichend.
ETS Professional
Vollversion der ETS für Integratoren und Schaltschrankbauer. Unbegrenzte Gerätezahl, Multi-User-Projekte und Online-Diagnose. Standard-Werkzeug, mit dem die PIESCO-Schaltschränke programmiert und getestet werden.
F
Fensterkontakt
Magnetischer oder Funk-Sensor, der erkennt ob ein Fenster offen oder zu ist. KNX-typische Nutzung: Heizung schaltet automatisch ab beim Lüften. In Kombi mit Alarmpaket: Alarm bei unerlaubtem Öffnen. Einbindung über
Binäreingang oder direkt per
KNX RF.
FI-Schutzschalter – RCD
Fehlerstrom-Schutzschalter im
Schaltschrank. Trennt sofort den Stromkreis, sobald Strom über einen Menschen oder Defekt nach Erde fließt. Vorgeschrieben nach
VDE 0100 für alle Steckdosenkreise und Bäder.
Flag – Kommunikationsflag
Eigenschaft eines
Kommunikationsobjekts in der ETS — Lesen (L), Schreiben (S), Senden (Ü), Aktualisieren (A) und Kommunizieren (K). Falsch gesetzte Flags sind eine der häufigsten Fehlerquellen in der KNX-Programmierung.
G
Gateway / KNX-IP-Gateway
Brücken-Gerät zwischen KNX-Bus und anderen Welten — z.B. KNX-IP-Gateway zum Heimnetzwerk (für App-Steuerung), KNX-Audio-Gateway zur Multiroom-Anlage. Sitzt typisch im Schaltschrank.
Gira G1
5"
Touch-Display von Gira. Bedient KNX, zeigt Visualisierung von
Gira X1 oder
HomeServer und ist über PoE oder Steckernetzteil versorgt. Hochwertig, glasflach, im Standardprogramm Reinweiß und Schwarz.
Gira HomeServer 5
High-End-
Visualisierungsserver von Gira. Sehr leistungsfähig, mit eigener Logik-Engine, Kamera-Einbindung, Multiroom-Audio und Cloud-Zugriff (GiraS1). Preis netto rund 1.800–2.500 €. Bekannt für seine Stabilität in Premium-Häusern.
Gira X1
Mittelklasse-
Visualisierungsserver von Gira. Günstiger als der
HomeServer, dafür mit etwas weniger Logik-Möglichkeiten. App-Steuerung,
HomeKit- und Alexa-Integration ab Werk. Beliebt im Einfamilienhaus.
Google Home Bridge
Brücke zwischen KNX und Google Assistant / Nest. Sprachsteuerung von Licht, Heizung, Jalousien („Hey Google, mach das Wohnzimmer aus"). Realisiert über
Visualisierungsserver wie Gira X1 oder ise Smart Connect. Pendant zur
Apple HomeKit Bridge.
Gruppenadresse
Logische „Telefonnummer" einer KNX-Funktion — z.B.
1/2/3 = „Wohnzimmer Deckenlicht schalten". Alle Geräte, die diese Adresse abonniert haben, reagieren auf das Telegramm. Komplementär zur
physikalischen Adresse eines Geräts.
H
Hager Volta
Verteilerserie von Hager — Aufputz- und Unterputz-Schaltschränke für den Wohnungsbau. Im KNX-Standardprogramm verbreitet, gute Verfügbarkeit. Konkurrenz:
ABB Striebel,
Eaton XBoard.
Hauptverteiler
Zentraler
Schaltschrank direkt nach dem Zählerschrank. Verteilt den Strom auf
Unterverteiler oder direkt auf die Endstromkreise. Im Einfamilienhaus üblicherweise im Hauswirtschaftsraum.
Heizkreisverteiler
Verteilerbalken der Fußbodenheizung, von dem aus jeder Heizkreis einzeln versorgt wird. Mit
Stellantrieben und
Heizungsaktor wird daraus eine KNX-fähige Einzelraumregelung.
Heizungsaktor
Spezialaktor zur Steuerung von Heizungsventilen (
Stellantriebe) — entweder für Fußbodenheizung oder klassische Heizkörper. Ermöglicht Einzelraumregelung: Schlafzimmer 17°C nachts, Bad 22°C morgens. Spart 8–15 % Heizkosten.
Heizungsaktor 6-fach
Konkrete Bauform des
Heizungsaktors mit sechs Kanälen für sechs
Stellantriebe — typisch für ein Geschoss mit Wohn-/Essbereich, Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad. Im Schaltschrank 4
TE breit.
HEMS – Home Energy Management System
I
I/O-Test – Input/Output-Test
Test bei dem jeder einzelne Ein- und Ausgang des Schaltschranks vor Auslieferung durchgemessen wird. Stellt sicher, dass jeder Kanal korrekt verdrahtet und programmiert ist. Vor Ort spart das viel Inbetriebnahmezeit.
IEC 60384
Internationale Norm für Kondensatoren in elektronischen Geräten — in der KNX-Welt relevant, weil
Netzteile und
Busspannungsversorgungen entsprechende Bauteile enthalten müssen.
IP-Backbone
Ethernet-Verbindung als „Rückgrat" zwischen mehreren KNX-Linien. Statt klassischer TP-Linienkoppler werden hier IP-Router verwendet. Vorteil: hohe Bandbreite, einfache Verkabelung, gleichzeitig Brücke zu Visualisierung und App.
IP-Schutzart
Klassifizierung nach DIN EN 60529 — die erste Ziffer beschreibt Schutz gegen Fremdkörper, die zweite gegen Wasser. IP20 ist Standard im Wohnungsschaltschrank, IP54 für staub- und spritzwassergeschützte Gehäuse (Garage, Außen), IP65 für Strahlwasser (z.B. Gartensteuerung).
ise Smart Connect KNX
Produktfamilie der Firma ise — kleine REG-Module, die KNX mit Drittsystemen verbinden. Bekannteste Modelle: ise Smart Connect KNX Hue (Philips Hue), Apple HomeKit, Sonos, Remote Access. Schlank, zuverlässig, in vielen PIESCO-Schaltschränken im Einsatz.
ISO 14543-3
Weltweite ISO-Norm, die KNX als Standard für die Hausautomation definiert. Europäisches Gegenstück:
EN 50090. KNX ist damit eine der wenigen Smart-Home-Technologien mit offizieller ISO-Anerkennung.
J
Jalousieaktor
Spezialaktor mit zwei Ausgängen pro Kanal — einer für „Hoch", einer für „Runter". Kennt zusätzlich die Fahrtzeit (Kalibrierung), sodass „50 % offen" exakt angefahren wird. Mit Lamellenwinkel-Einstellung bei Jalousien. Wetter-abhängige Steuerung über eine
Wetterstation.
K
KfW 261
KfW-Programm „Wohngebäude – Kredit". Förderkredit mit Tilgungszuschuss für den Neubau bzw. Kauf von
Effizienzhäusern 40. KNX kann hier indirekt punkten, weil die hohe Effizienzklasse oft nur mit smarter Einzelraumregelung erreicht wird.
KfW 458
Zuschussprogramm für den Einbau einer effizienten Heizung im Bestand (Wärmepumpe, Pellet, Solar). Bis zu 70 % Förderung. In Kombi mit KNX-Einzelraumregelung sind die Einsparpotenziale am höchsten — daher häufige Empfehlung von Energieberatern.
KfW-zertifizierter Energieberater
In der Energieeffizienz-Expertenliste der dena gelisteter Sachverständiger. Pflicht für die meisten KfW- und BAFA-Förderungen. Stellt den iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan) aus und bestätigt energetische Maßnahmen — inklusive KNX-Regelungstechnik.
Klemmleiste
Reihe von
Reihenklemmen auf einer
DIN-Schiene — meist für Neutralleiter (blau), Schutzleiter (grün/gelb) oder zur Verteilung von Steuerleitungen.
KNX
Der internationale Standard für Gebäudeautomation (
ISO 14543 /
EN 50090). Seit über 30 Jahren etabliert, herstellerunabhängig, 500+ Hersteller. Funktioniert über ein eigenes 2-adriges Bus-Kabel zwischen allen Komponenten. Detail-Vergleich:
KNX vs Loxone vs Homematic.
KNX Association
Dachorganisation der KNX-Welt mit Sitz in Brüssel. Verwaltet den Standard, vergibt das KNX-Zeichen, zertifiziert Geräte und Schulungen (KNX Partner / Tutor). Über 500 Mitgliedsfirmen weltweit.
KNX-DALI-Gateway
Brücke zwischen KNX und
DALI-Bus. Einzelne Leuchten oder Leuchtengruppen werden so über KNX dimmbar, schaltbar und in
Konstantlichtregelungen einbindbar. Ein Gateway versorgt bis zu 64 DALI-Teilnehmer.
KNX-IP
Erweiterung des KNX-Standards für Ethernet/IP-Netze. Ermöglicht z.B. Visualisierung im Browser oder Smartphone-Apps. Im Schaltschrank sitzt das KNX-IP-Interface zwischen Bus und Heimnetz. Bei großen Anlagen bildet IP-Verkehr den
IP-Backbone.
KNX-Logik / Universal-Logikbaustein
REG-Modul, das logische Funktionen (UND, ODER, Zeitschaltung, Schwellwert, Treppenhauslicht) direkt auf dem Bus ausführt — ohne Visualisierungsserver. MDT „Logikmodul" und Gira „Logikbaustein" sind die häufigsten Varianten in unseren Schaltschränken.
KNX Partner / Tutor
Zertifizierungsstufen der
KNX Association für Elektrofirmen.
Basic = Grundkurs absolviert.
Advanced = Vertiefungskurs.
Tutor = darf selbst KNX-Kurse geben (Top-Stufe).
KNX PL – Powerline
Variante von KNX, die das 230-V-Stromnetz als Bus nutzt. Heute praktisch ausgestorben — wurde von
KNX RF und
KNX IP verdrängt. Wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
KNX-RF – Radio Frequency
Die Funk-Variante von KNX (868 MHz). Komponenten arbeiten drahtlos, mit Batterie oder Stromversorgung. Voll kompatibel mit kabelgebundenem KNX. Ideal für Nachrüstung, wenn keine Buskabel verlegt werden können. Details:
KNX nachrüsten.
KNX Secure
Sicherheitserweiterung des KNX-Standards. Zwei Spielarten: KNX Data Secure verschlüsselt einzelne Telegramme auf dem Bus, KNX IP Secure verschlüsselt den IP-Verkehr im Heimnetz. Pflicht für KfW-Förderungen und Premium-Objekte — KNX-Anlagen ohne Secure gelten heute als veraltet.
KNX TP – Twisted Pair
Die klassische, kabelgebundene KNX-Variante über das grüne 2-adrige Bus-Kabel. „TP" für Twisted Pair (verdrillt). Standard in Neubauten, weil zuverlässiger und ohne Bandbreitenprobleme im Vergleich zu Funk.
Kommunikationsobjekt
Schnittstelle eines KNX-Geräts zur Außenwelt — z.B. „Schalten", „Dimmwert", „Status Rückmeldung". Jedes Kommunikationsobjekt hat einen
Datenpunkt-Typ und wird mit einer
Gruppenadresse verknüpft. Konfiguration in der
ETS.
Konstantlichtregelung
Profi-Funktion: das Licht passt sich automatisch dem Tageslicht an. Wenn morgens die Sonne ins Büro scheint, dimmt das Deckenlicht runter; abends fährt es wieder hoch. Spart Strom und ist angenehm fürs Auge. Voraussetzung: dimmbare LEDs + Helligkeitssensor (oft im
Präsenzmelder).
kWh – Kilowattstunde
Einheit der elektrischen Arbeit (1 kWh = 1.000 W über 1 Stunde). Basis aller Stromabrechnungen und der Berechnung der
Eigenverbrauchsquote. KNX-
Energie-Mess-Aktoren liefern kWh-Werte pro Stromkreis direkt auf den Bus.
L
Linie / KNX-Linie
Eine Linie verbindet bis zu 64 KNX-Geräte über das Buskabel. Für größere Anlagen werden mehrere Linien über
Bereichs- und
Linienkoppler zusammengeschaltet — theoretisch bis 58.000 Geräte pro Anlage.
Linienkoppler
KNX-Gerät, das zwei
Linien verbindet und Telegramme filtert. Sorgt für Übersicht und entlastet jede Linie, weil nur relevante Telegramme weitergeleitet werden. In großen Wohnhäusern (4+ Geschosse, ab ca. 120 Geräten) empfehlenswert.
Loxone
Konkurrenz-System zu KNX, herstellergebunden (Loxone), Bus-basiert. Günstiger und schneller einzurichten, aber nicht herstellerneutral. Direkter Vergleich:
KNX vs Loxone vs Homematic.
LS-Schalter – Leitungsschutzschalter
Sicherungsautomat im
Schaltschrank, der bei Kurzschluss oder Überlast den Stromkreis trennt. Ersetzt die alten Schraubsicherungen. Übliche Werte für Wohnungen: B16A für Steckdosen, B10A für Licht.
M
Matter
Herstellerübergreifender Smart-Home-Standard, der 2022 von Apple, Google, Amazon und Samsung gemeinsam veröffentlicht wurde. Setzt auf
Thread oder WLAN. Für KNX gibt es bereits Matter-Bridges (z.B. von ise Smart Connect, Gira) — KNX bleibt damit auch in Matter-Welten zukunftsfähig.
MDT
Deutscher KNX-Hersteller aus Engelskirchen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, in unserem Standardprogramm. Bietet die komplette Bandbreite — Schaltaktoren, Dimmaktoren, Bedienpanels, Präsenzmelder, Wetterstationen.
MDT Glastaster
Premium-Bedienelement von
MDT mit Glasoberfläche und kapazitiver Bedienung. Varianten von 2- bis 8-fach, mit Display und Raumtemperaturregler. Beliebte Alternative zu Gira-/Jung-Tastern, deutlich günstiger bei gleicher Funktion.
Multimaster-Bus
Technisches Merkmal von KNX: jedes Gerät am Bus darf von sich aus senden — es gibt keine zentrale Steuerung wie bei Master-Slave-Systemen. Ein Taster spricht direkt mit einem Aktor, ohne Umweg über einen Server. Macht KNX besonders ausfallsicher.
Multiroom-Audio
Audio-System, das in jedem Raum unabhängig steuerbar ist. Bekannte Marken: Sonos, Bose. KNX kann via Gateway die Bedienung übernehmen (Lautstärke, Quelle, Play/Pause) — sodass Sie über den Wandtaster die Musik steuern können.
N
NAS – Network Attached Storage
Netzwerkspeicher im Heimnetz. In KNX-Anlagen oft als Speicher für Videoaufzeichnung der IP-Kameras oder für Backups der ETS-Programmierung. Empfohlen: Synology DS224+ als Einstieg.
P
Phasenanschnitt / Phasenabschnitt
Zwei Dimmverfahren:
Phasenanschnitt dimmt klassische Glühlampen und Halogen.
Phasenabschnitt dimmt LEDs und elektronische Trafos. Beim
Dimmaktor das richtige Verfahren wählen, sonst flackert oder beschädigt.
Photovoltaik-Überschussladen
Strategie, bei der die
Wallbox nur dann das E-Auto lädt, wenn die
PV-Anlage mehr Strom liefert, als das Haus gerade verbraucht. Erhöht die
Eigenverbrauchsquote deutlich. Über KNX und
HEMS mit Wallbox-Herstellerschnittstellen (KEBA, go-e, Easee) realisierbar.
Physikalische Adresse
Eindeutige Geräte-ID auf dem KNX-Bus, Format
1.1.5 (Bereich.Linie.Gerätenummer). Komplementär zur
Gruppenadresse: physikalische Adresse identifiziert das Gerät, Gruppenadresse den Funktionszusammenhang.
Präsenzmelder
Hochwertiger Bewegungsmelder mit Helligkeitssensor und 360°-Erfassung. Anders als einfache Bewegungsmelder erkennt er auch sitzende Personen (z.B. am Schreibtisch). Schaltet Licht nur dann ein, wenn es im Raum tatsächlich zu dunkel ist — Basis für
Konstantlichtregelung.
PV-Anlage – Photovoltaik
Solarstromanlage auf dem Dach. In Kombi mit KNX-
Energie-Mess-Aktor, Speicher und
HEMS entsteht eine smarte Energiezentrale: Überschussstrom geht in Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe statt billig ins Netz. Stichwort
PV-Überschussladen.
R
REG – Reiheneinbaugerät
Geräte, die auf der
DIN-Schiene im Schaltschrank sitzen. Beispiele: alle Aktoren, KNX-IP-Interface,
Busspannungsversorgung. Größe wird in „
TE" angegeben (Teilungseinheiten zu je 17,5 mm).
Reihenklemme
Schraub-, Federzug- oder Push-In-Klemme auf einer
DIN-Schiene, an der eine oder mehrere Adern verbunden werden. Wago und Phoenix Contact sind die wichtigsten Hersteller. Mehrere Reihenklemmen ergeben zusammen eine
Klemmleiste.
S
Schaltaktor
Der einfachste Aktor: schaltet 230 V einfach ein/aus — wie ein normaler Lichtschalter, nur via Bus angesteuert. Typisch 8-fach oder 16-fach (8 bzw. 16 separate Schaltkreise pro Gerät). Mit Verbrauchsmessung als
Energie-Mess-Aktor verfügbar.
Schutzart IP54 / IP65
Siehe
IP-Schutzart. IP54 = staub- und spritzwassergeschützt (z.B. Garage, Außenbereich überdacht), IP65 = staubdicht und strahlwassergeschützt (für freiliegende Außeninstallationen wie Gartensteuerung).
Sektorkopplung
Verknüpfung der Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität. Konkret: PV-Strom heizt per Wärmepumpe und lädt das E-Auto. KNX und
HEMS sind die Schaltzentrale dafür — und Voraussetzung für maximale Förderung über
BEG und
KfW 458.
Stellantrieb
Kleiner motorischer oder thermischer Antrieb auf dem Ventil des
Heizkreisverteilers oder am Heizkörperventil. Wird vom
Heizungsaktor angesteuert und öffnet bzw. schließt das Ventil. 24 V- und 230 V-Varianten gängig.
Szene
Programmierter Zustand mehrerer Geräte auf Knopfdruck. Beispiele: „Filmabend" = Deckenlicht aus, Wandleuchten 30%, Jalousien runter. „Verlassen" = alles aus, Alarm scharf. Szenen werden in der
ETS angelegt.
T
Taster
Synonym für
Bedienpanel. Anders als der „Schalter" der klassischen Elektrik kennt der KNX-Taster mehrere Funktionen (kurzer Druck = schalten, langer Druck = dimmen, Doppeldruck = Szene). Daher technisch „Taster" statt „Schalter".
Tasterschnittstelle
Kleines KNX-Modul (meist in der Schalterdose hinter dem Taster), das einen oder mehrere konventionelle Taster KNX-fähig macht. Praktisch, wenn ein vorhandenes Schalterprogramm (Glas, Holz, Designerserie) weiter genutzt werden soll. Verwandt mit dem
Binäreingang.
TE – Teilungseinheit
Standardisierte Breite für
Reiheneinbaugeräte im Schaltschrank: 1 TE = 17,5 mm. Ein 8-fach-Schaltaktor hat z.B. 4 TE Breite. Pro Reihe passen typisch 12 TE.
Telegramm
Eine einzelne Datennachricht auf dem KNX-Bus — z.B. „Gruppenadresse 1/2/3 = EIN". Telegramme sind nur 14 Byte klein, was den Bus auch bei vielen Geräten flott hält. Mit
KNX Secure werden Telegramme verschlüsselt.
Thread
Mesh-Funk-Standard (IEEE 802.15.4), den
Matter als Funkschicht nutzt. Geräte verstärken sich gegenseitig — kein zentraler Hub nötig. KNX bleibt der zuverlässige Bus im Hintergrund, Thread/Matter ergänzen es für batteriebetriebene Funkgeräte.
Touch-Display
Hochwertiges Bedienpanel mit Bildschirm — z.B.
Gira G1 (5"), Busch ComfortPanel (7"). Zeigt nicht nur Status, sondern erlaubt komplexe Visualisierungen (Temperatur, Heizung, Szenen, Energieverbrauch). Preis 546–714 €.
U
Universal-Dimmaktor
Hochwertiger
Dimmaktor, der automatisch zwischen
Phasenanschnitt und
Phasenabschnitt erkennt und passend dimmt. Vorteil: kein Vorwissen über die Lampen nötig, weniger Risiko bei Lampenwechsel. Etwas teurer als der spezielle Dimmaktor, aber für Bauherren stressfrei.
Unterverteiler
Sekundärer
Schaltschrank, der vom
Hauptverteiler versorgt wird. Typisch im Obergeschoss, in der Garage oder im Carport. KNX-Bus läuft dann parallel zwischen Haupt- und Unterverteilern — manchmal via
Linienkoppler getrennt.
USV – Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Pufferbatterie für den Schaltschrank. Bei Stromausfall läuft das Smart Home weiter — mehrere Stunden je nach Last. Wichtig für Alarmanlagen und kritische Funktionen.
V
VDE 0100
DIN-Normreihe für die Errichtung elektrischer Anlagen mit Spannungen bis 1.000 V. Definiert
Berührungsschutz, Erdung,
FI- und
LS-Schutz. Jede KNX-Installation muss nach VDE 0100 errichtet sein — sonst keine VDE-Konformität, keine Versicherung.
Verteilerkasten
Gehäuse für die Elektroinstallation — Kunststoff oder Stahlblech, Auf- oder Unterputz. Im Wohnungsbau enthält er Sicherungen, Aktoren, KNX-Komponenten. Synonyme:
Schaltschrank, Hausverteiler.
Visualisierung
Grafische Bedienoberfläche der KNX-Anlage — auf dem
Touch-Display, im Browser oder per App. Hier sehen Bewohner Temperaturen, Energieverbrauch, Kamerabilder, Heizungsplan. Erzeugt wird sie auf einem
Visualisierungsserver.
Visualisierungs-Editor
Software-Bestandteil eines
Visualisierungsservers, mit dem das Layout der Bedienoberflächen gestaltet wird. Beispiele: Gira Projektassistent (GPA), eibPort Editor, ETS Inside. Drag-and-Drop, keine Programmierkenntnisse nötig.
VPN – Virtual Private Network
Sicherer verschlüsselter Tunnel ins Heimnetzwerk von unterwegs. Notwendig für Fernzugriff auf das Smart Home, ohne dass Sie das Netzwerk fürs offene Internet freigeben müssen. Schutz vor Hacking.
W
Wallbox
Ladestation fürs E-Auto, typisch 11 kW oder 22 kW. Über KNX und
HEMS kann sie
PV-Überschuss laden, dynamische Tarife nutzen und Ladefenster planen. Beliebte Modelle mit Modbus/KNX-Schnittstelle: KEBA P40, go-e Charger, Easee Home.
Wandsteckdosen-Tablet
In die Wand eingelassenes Tablet (meist 8–10"), das per PoE versorgt wird und die KNX-
Visualisierung dauerhaft anzeigt. Beliebte Lösungen: Peakago Wall-Mount mit ipados, Tableau Pro mit eingebautem Lademodul. Alternative zu fest verbauten
Touch-Displays.
Wetterstation
Sensor-Bauteil außen am Haus, das Wind, Regen, Sonne und Temperatur erfasst. Wird für Sonnenschutzautomatik benötigt: Jalousien fahren bei Wind hoch (vor Schaden), bei Sonne runter (vor Aufheizung). Typischer Preis 250–500 €.
Wiederholer
KNX-Gerät, das Telegramme einer Linie verstärkt und so deren Länge auf bis zu 4× verlängern kann. Wird genutzt, wenn der
Bus-Spannungsabfall droht oder ein Haus sehr weitläufig ist. Heute oft durch
IP-Backbone ersetzt.
Z
Zigbee
Funk-Mesh-Standard (2,4 GHz), bekannt durch Philips Hue, IKEA Tradfri, Aqara. Über ein KNX-Zigbee-Gateway oder einen Hue-Bridge-Anschluss am
Visualisierungsserver in KNX integrierbar. Konkurrenz:
Z-Wave,
Thread,
EnOcean.
Z-Wave
Lizenzpflichtiger Funk-Standard (868 MHz, EU) für Smart-Home-Geräte. Sehr verbreitet in den USA, in Deutschland weniger. Einbindung in KNX meist über Drittsystem-Gateways. Schwächere Marktstellung als
Zigbee oder
Matter.