KNX-Glossar – Fachbegriffe einfach erklärt

Alle wichtigen Begriffe rund um KNX, Smart Home und Schaltschrankbau. Verständlich für Bauherren, präzise für Profis.

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A

Aktor
Das KNX-Bauteil im Schaltschrank, das tatsächlich Strom schaltet — z.B. der Schaltaktor für Licht, der Dimmaktor für gedimmte Lampen oder der Jalousieaktor für Rollläden. Aktoren haben mehrere Kanäle (z.B. 8-fach Schaltaktor = 8 separate Schaltkreise möglich).
Anwesenheits-Simulation
Funktion, bei der KNX im Urlaub automatisch Lichter und Jalousien nach gespeichertem Muster bedient — sodass das Haus bewohnt wirkt. Effektiver Einbruchsschutz, oft als Szenenprogramm umgesetzt.

B

Bedienpanel
Der Wandtaster, mit dem Sie KNX bedienen — von simplen 1-fach-Tastern bis zu 7"-Touch-Displays. Marken: MDT, Gira, Jung, Busch-Jaeger. Preisrahmen 84–672 € je nach Komfort. Mehr dazu: Kosten pro Raum.
Bus / KNX-Bus
Das gemeinsame Kabel-Netzwerk, über das alle KNX-Geräte miteinander reden. Physisch ein 2-adriges Kabel (YCYM), das in einer Linie alle Komponenten verbindet. Alle Geräte hören mit, sprechen aber nur wenn nötig — wie ein Funkkanal.
Busspannungsversorgung
Spezielles Netzteil im Schaltschrank, das die KNX-Geräte mit 24 V Gleichspannung versorgt — getrennt vom 230-V-Hausnetz. Bei großen Anlagen mit zwei BS-Geräten (1.280 mA gesamt).

D

Dimmaktor
Spezieller Aktor, der nicht nur ein- und ausschaltet, sondern stufenlos dimmt. Wichtig: Dimmaktor muss zur Lampe passen — Phasen­anschnitt für Glühlampen/Halogen, Phasen­abschnitt für dimmbare LEDs. Falsche Wahl = flackernde oder beschädigte Lampen.
DIN-Schiene
Standardisierte Stahl-Montageschiene (35 mm breit) im Schaltschrank, auf der alle Komponenten sitzen. Aktoren werden einfach aufgesteckt — daher der Begriff „Reiheneinbaugerät" (REG).

E

EIB – European Installation Bus
Der Vorgänger-Begriff für KNX. Bis 2002 hieß die Technik EIB, ab 2002 wurde sie unter dem Namen KNX neu vermarktet. EIB und KNX sind das gleiche System — alte EIB-Anlagen sind voll mit modernen KNX-Geräten kompatibel.
ETS – Engineering Tool Software
Die offizielle Programmier-Software für KNX-Anlagen. Damit wird jeder Schalter, jede Funktion eingerichtet (z.B. „Taster oben links im Wohnzimmer schaltet Deckenlampe"). Lizenz kostet ca. 1.000 €/Jahr — meist beim Schaltschrankbauer oder Elektriker. Privatpersonen kommen nicht damit in Kontakt.

F

Fensterkontakt
Magnetischer oder Funk-Sensor, der erkennt ob ein Fenster offen oder zu ist. KNX-typische Nutzung: Heizung schaltet automatisch ab beim Lüften. In Kombi mit Alarmpaket: Alarm bei unerlaubtem Öffnen.

G

Gateway / KNX-IP-Gateway
Brücken-Gerät zwischen KNX-Bus und anderen Welten — z.B. KNX-IP-Gateway zum Heimnetzwerk (für App-Steuerung), KNX-Audio-Gateway zur Multiroom-Anlage. Sitzt typisch im Schaltschrank.

H

Heizungs­aktor
Spezialaktor zur Steuerung von Heizungs­ventilen (Stellantrieben) — entweder für Fußboden­heizung oder klassische Heizkörper. Ermöglicht Einzelraumregelung: Schlafzimmer 17°C nachts, Bad 22°C morgens. Spart 8–15 % Heizkosten.
Hutschiene
Anderer Name für DIN-Schiene. Siehe oben.

I

I/O-Test – Input/Output-Test
Test bei dem jeder einzelne Ein- und Ausgang des Schaltschranks vor Auslieferung durchgemessen wird. Stellt sicher, dass jeder Kanal korrekt verdrahtet und programmiert ist. Vor Ort spart das viel Inbetriebnahme­zeit.

J

Jalousie­aktor
Spezialaktor mit zwei Ausgängen pro Kanal — einer für „Hoch", einer für „Runter". Kennt zusätzlich die Fahrtzeit (Kalibrierung), sodass „50 % offen" exakt angefahren wird. Mit Lamellen­winkel-Einstellung bei Jalousien.

K

KNX
Der internationale Standard für Gebäudeautomation (ISO 14543 / EN 50090). Seit über 30 Jahren etabliert, herstellerunabhängig, 500+ Hersteller. Funktioniert über ein eigenes 2-adriges Bus-Kabel zwischen allen Komponenten. Detail-Vergleich: KNX vs Loxone vs Homematic.
KNX-IP
Erweiterung des KNX-Standards für Ethernet/IP-Netze. Ermöglicht z.B. Visualisierung im Browser oder Smartphone-Apps. Im Schaltschrank sitzt das KNX-IP-Interface zwischen Bus und Heimnetz.
KNX-RF – Radio Frequency
Die Funk-Variante von KNX. Komponenten arbeiten drahtlos, mit Batterie oder Stromversorgung. Voll kompatibel mit kabelgebundenem KNX. Ideal für Nachrüstung, wenn keine Buskabel verlegt werden können. Details: KNX nachrüsten.
KNX Partner / Tutor
Zertifizierungsstufen der KNX Association für Elektrofirmen. Basic = Grundkurs absolviert. Advanced = Vertiefungskurs. Tutor = darf selbst KNX-Kurse geben (Top-Stufe).
Konstantlicht­regelung
Profi-Funktion: das Licht passt sich automatisch dem Tageslicht an. Wenn morgens die Sonne ins Büro scheint, dimmt das Deckenlicht runter; abends fährt es wieder hoch. Spart Strom und ist angenehm fürs Auge. Voraussetzung: dimmbare LEDs + Helligkeitssensor.

L

Linie / KNX-Linie
Eine Linie verbindet bis zu 64 KNX-Geräte über das Buskabel. Für größere Anlagen werden mehrere Linien über Bereichs- und Linienkoppler zusammen­geschaltet — theoretisch bis 58.000 Geräte pro Anlage.
Loxone
Konkurrenz-System zu KNX, herstellergebunden (Loxone), Bus-basiert. Günstiger und schneller einzurichten, aber nicht hersteller­neutral. Direkter Vergleich: KNX vs Loxone vs Homematic.

M

MDT
Deutscher KNX-Hersteller aus Engelskirchen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, in unserem Standardprogramm. Bietet die komplette Bandbreite — Schaltaktoren, Dimmaktoren, Bedienpanels, Präsenzmelder, Wetterstationen.
Multiroom-Audio
Audio-System, das in jedem Raum unabhängig steuerbar ist. Bekannte Marken: Sonos, Bose. KNX kann via Gateway die Bedienung übernehmen (Lautstärke, Quelle, Play/Pause) — sodass Sie über den Wandtaster die Musik steuern können.

N

NAS – Network Attached Storage
Netzwerkspeicher im Heimnetz. In KNX-Anlagen oft als Speicher für Videoaufzeichnung der IP-Kameras oder für Backups der ETS-Programmierung. Empfohlen: Synology DS224+ als Einstieg.

P

Phasen­anschnitt / Phasen­abschnitt
Zwei Dimmverfahren: Phasenanschnitt dimmt klassische Glühlampen und Halogen. Phasenabschnitt dimmt LEDs und elektronische Trafos. Beim Dimmaktor das richtige Verfahren wählen, sonst flackert oder beschädigt.
Präsenz­melder
Hochwertiger Bewegungsmelder mit Helligkeitssensor und 360°-Erfassung. Anders als einfache Bewegungsmelder erkennt er auch sitzende Personen (z.B. am Schreibtisch). Schaltet Licht nur dann ein, wenn es im Raum tatsächlich zu dunkel ist.

R

REG – Reiheneinbaugerät
Geräte, die auf der DIN-Schiene im Schaltschrank sitzen. Beispiele: alle Aktoren, KNX-IP-Interface, Busspannungs­versorgung. Größe wird in „TE" angegeben (Teilungs­einheiten zu je 17,5 mm).

S

Schaltaktor
Der einfachste Aktor: schaltet 230 V einfach ein/aus — wie ein normaler Lichtschalter, nur via Bus angesteuert. Typisch 8-fach oder 16-fach (8 bzw. 16 separate Schaltkreise pro Gerät).
Schaltschrank
Der zentrale Verteilerschrank, in dem alle KNX-Komponenten sitzen. „Das Herzstück" der Anlage. Größe je nach Hausgröße zwischen 1.000 mm und 1.600 mm hoch. Mehr: Smart-Home-Schaltschrank planen.
Szene
Programmierter Zustand mehrerer Geräte auf Knopfdruck. Beispiele: „Filmabend" = Deckenlicht aus, Wandleuchten 30%, Jalousien runter. „Verlassen" = alles aus, Alarm scharf. Szenen werden in der ETS angelegt.
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T

Taster
Synonym für Bedienpanel. Anders als der „Schalter" der klassischen Elektrik kennt der KNX-Taster mehrere Funktionen (kurzer Druck = schalten, langer Druck = dimmen, Doppeldruck = Szene). Daher technisch „Taster" statt „Schalter".
TE – Teilungseinheit
Standardisierte Breite für Reihen­einbaugeräte im Schaltschrank: 1 TE = 17,5 mm. Ein 8-fach-Schaltaktor hat z.B. 4 TE Breite. Pro Reihe passen typisch 12 TE.
Touch-Display
Hochwertiges Bedienpanel mit Bildschirm — z.B. Gira G1 (5"), Busch ComfortPanel (7"). Zeigt nicht nur Status, sondern erlaubt komplexe Visualisierungen (Temperatur, Heizung, Szenen, Energieverbrauch). Preis 504–672 €.

U

USV – Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Pufferbatterie für den Schaltschrank. Bei Stromausfall läuft das Smart Home weiter — mehrere Stunden je nach Last. Wichtig für Alarmanlagen und kritische Funktionen.

V

Visualisierungs­server
Kleines Gerät im Schaltschrank, das die KNX-Funktionen für die App-Bedienung aufbereitet. Bekannt: GIRA HomeServer, Comfovision, ise Smart Connect, eibPort, Loxone. Voraussetzung für moderne Smartphone-Apps.
VPN – Virtual Private Network
Sicherer verschlüsselter Tunnel ins Heimnetzwerk von unterwegs. Notwendig für Fernzugriff auf das Smart Home, ohne dass Sie das Netzwerk fürs offene Internet freigeben müssen. Schutz vor Hacking.

W

Wetterstation
Sensor-Bauteil außen am Haus, das Wind, Regen, Sonne und Temperatur erfasst. Wird für Sonnenschutz­automatik benötigt: Jalousien fahren bei Wind hoch (vor Schaden), bei Sonne runter (vor Aufheizung). Typischer Preis 250–500 €.

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