KNX-Glossar – Fachbegriffe einfach erklärt

Über 100 Begriffe rund um KNX, Smart Home, Schaltschrankbau und Förderung. Verständlich für Bauherren, präzise für Profis.

ABCD EFGH IJKL MNPR STUV WZ

A

ABB Striebel & John
Deutscher Hersteller von Schaltschränken, Verteilerkästen und Reihenklemmen. Sehr verbreitet im Wohnungsbau — Modellreihen wie Mistral oder TwinLine sind Standard im Einfamilienhaus. Konkurrent zu Hager Volta und Eaton XBoard.
Aktor
Das KNX-Bauteil im Schaltschrank, das tatsächlich Strom schaltet — z.B. der Schaltaktor für Licht, der Dimmaktor für gedimmte Lampen oder der Jalousieaktor für Rollläden. Aktoren haben mehrere Kanäle (z.B. 8-fach Schaltaktor = 8 separate Schaltkreise möglich).
Alexa-Skill
Erweiterung für Amazons Sprachassistent Alexa. Über einen KNX-tauglichen Skill (z.B. von Gira, ise Smart Connect) lassen sich Licht, Jalousien und Heizung per Sprachbefehl steuern: „Alexa, Wohnzimmer auf 50 %". Setzt einen Visualisierungsserver oder eine Cloud-Bridge voraus.
Analogeingang
KNX-Modul, das analoge Messsignale (0–10 V, 4–20 mA, PT1000) auf den Bus bringt. Typischer Einsatz: Temperaturfühler an Wärmepumpe, Helligkeitssensor, Zisternenpegel. Pendant zum Binäreingang, der nur Schaltzustände erfasst.
Anwesenheits-Simulation
Funktion, bei der KNX im Urlaub automatisch Lichter und Jalousien nach gespeichertem Muster bedient — sodass das Haus bewohnt wirkt. Effektiver Einbruchsschutz, oft als Szenenprogramm umgesetzt.
Apple HomeKit Bridge
Brücke zwischen KNX und Apples Smart-Home-Plattform HomeKit. Erlaubt Steuerung via iPhone, iPad, Apple Watch und Siri. Bekannte Lösungen: ise Smart Connect KNX Apple HomeKit, Gira X1 mit HomeKit-Unterstützung. Alternative: Matter als herstellerneutraler Standard.

B

BAFA 459 – Heizungs­optimierung
Bundes­förderung des BAFA für Heizungs­optimierung — unter anderem hydraulischer Abgleich, neue Pumpen und Einzelraum­regelung über KNX. Bis zu 20 % Zuschuss auf die förder­fähigen Kosten. Eng verknüpft mit der BEG-Förderung.
Bedienpanel
Der Wandtaster, mit dem Sie KNX bedienen — von simplen 1-fach-Tastern bis zu 7"-Touch-Displays. Marken: MDT, Gira, Jung, Busch-Jaeger. Preisrahmen 109–714 € je nach Komfort. Mehr dazu: Kosten pro Raum.
BEG – Bundes­förderung effiziente Gebäude
Dach-Programm der Bundes­regierung für energie­effizientes Bauen und Sanieren. Umfasst KfW 458, KfW 261 und BAFA 459. KNX-Anlagen sind häufig förder­fähig, wenn sie messbare Einsparungen bringen (Einzelraum­regelung, HEMS).
Bereichs­koppler
KNX-Gerät, das mehrere Linienkoppler zu einem Bereich zusammen­fasst. Nötig in sehr großen Anlagen (Hotels, Bürogebäude) ab ca. 60 KNX-Linien. Im Einfamilienhaus praktisch nie nötig.
Berührungsschutz
Vorschrift nach VDE 0100: alle stromführenden Teile im Schaltschrank müssen so abgedeckt sein, dass sie nicht versehentlich berührt werden können. Realisiert durch Abdeck­blenden über freie TE-Plätze und Klemmen­abdeckungen.
Binär­eingang
KNX-Modul, das konventionelle Kontakte (Fensterkontakt, Bewegungsmelder ohne Bus, klassischer Lichtschalter) als KNX-Telegramme weitergibt. Typisch 4-, 6- oder 8-fach im REG-Format oder als Unterputzdose. Eng verwandt mit der Tasterschnittstelle.
Bus / KNX-Bus
Das gemeinsame Kabel-Netzwerk, über das alle KNX-Geräte miteinander reden. Physisch ein 2-adriges Kabel (YCYM), das in einer Linie alle Komponenten verbindet. Alle Geräte hören mit, sprechen aber nur wenn nötig — wie ein Funkkanal. Technisch ein Multimaster-Bus.
Bus-Koppler
Standardisiertes KNX-Anschluss­modul (BCU). Verbindet Tastern, Sensoren oder Aktoren mit dem Bus und übernimmt Telegramm-Versand sowie Speicherung der Programmierung. Heute meist fest in den Geräten integriert.
Bus-Spannungs­abfall
Spannungsverlust auf langen Bus-Strecken. Pro Linie max. 1.000 m Gesamtlänge, max. 350 m zwischen Speisung und entferntestem Gerät. Bei größeren Distanzen ist ein Wiederholer oder eine weitere Busspannungs­versorgung nötig.
Bus­spannungs­versorgung
Spezielles Netzteil im Schaltschrank, das die KNX-Geräte mit 24 V Gleichspannung versorgt — getrennt vom 230-V-Hausnetz. Bei großen Anlagen mit zwei BS-Geräten (1.280 mA gesamt).

C

Comfovision
Web- und App-basierte Visualisierung aus Deutschland, läuft auf einem kleinen Visualisierungsserver. Schlanke Alternative zu Gira HomeServer und eibPort. Konfiguration über grafischen Editor, ohne Programmier­kenntnisse.

D

DALI – Digital Addressable Lighting Interface
Eigener digitaler Bus speziell für Beleuchtungs­steuerung. Jede Leuchte ist einzeln adressierbar — ideal für Büros, Hotels und Objekte mit vielen Leuchten. KNX wird über ein KNX-DALI-Gateway mit DALI verbunden.
Datenpunkt – DPT, Data Point Type
Standardisierter Wertetyp auf dem KNX-Bus. Definiert, wie ein Telegramm zu interpretieren ist — z.B. DPT 1.001 = Schalten (Ein/Aus), DPT 5.001 = Prozent (0–100 %), DPT 9.001 = Temperatur. Sichert die Hersteller­neutralität von KNX.
Dimmaktor
Spezieller Aktor, der nicht nur ein- und ausschaltet, sondern stufenlos dimmt. Wichtig: Dimmaktor muss zur Lampe passen — Phasen­anschnitt für Glühlampen/Halogen, Phasen­abschnitt für dimmbare LEDs. Falsche Wahl = flackernde oder beschädigte Lampen. Universell einsetzbar ist der Universal-Dimmaktor.
DIN 18015
DIN-Norm zur Elektro­installation in Wohngebäuden. Teil 2 definiert Mindest­ausstattung (Steckdosen, Leuchten­auslässe), Teil 4 beschreibt explizit Smart-Home- und KNX-Installationen. Wichtige Planungs­grundlage neben VDE 0100.
DIN-Schiene
Standardisierte Stahl-Montageschiene (35 mm breit) im Schaltschrank, auf der alle Komponenten sitzen. Aktoren werden einfach aufgesteckt — daher der Begriff „Reiheneinbaugerät" (REG). Auch Hutschiene genannt.
DPT – Data Point Type
Siehe Datenpunkt.
Dynamische Stromtarife
Tarife, deren Preis sich stündlich am Börsen-Strompreis orientiert (Tibber, awattar, Octopus). Ein HEMS verschiebt automatisch Verbraucher wie Wallbox, Wärmepumpe oder Spülmaschine in günstige Stunden. Spart 10–25 % der Stromkosten pro Jahr.

E

Eaton XBoard
Verteiler­system des Schweizer Herstellers Eaton. Konkurrenz zu ABB Striebel und Hager Volta. Im Schaltschrankbau gerne genutzt, weil sehr modular und mit eigenem KNX-Programm (xComfort) ausgestattet.
Effizienzhaus 40 / 55
Bezeichnung des KfW-Standards für besonders effiziente Neubauten und Sanierungen. Die Zahl gibt den maximalen Jahres­primär­energie­bedarf in Prozent des Referenz­gebäudes an — Effizienzhaus 40 verbraucht also nur 40 % davon. Voraussetzung für die KfW 261-Förderung.
Eigenverbrauchs­quote
Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms, der direkt im Haus verbraucht wird. Ohne Steuerung typisch 25–35 %, mit HEMS und KNX über 60 %. Je höher die Quote, desto schneller amortisiert sich die PV-Anlage. Stichwort: PV-Überschussladen.
EIB – European Installation Bus
Der Vorgänger-Begriff für KNX. Bis 2002 hieß die Technik EIB, ab 2002 wurde sie unter dem Namen KNX neu vermarktet. EIB und KNX sind das gleiche System — alte EIB-Anlagen sind voll mit modernen KNX-Geräten kompatibel.
eibPort
Visualisierungs­server der Firma b.a.b-technologie. Web-basierte Bedien­oberflächen, umfangreiche Logik-Editoren und Schnittstellen zu Sonos, Philips Hue, Alexa. Direkter Konkurrent zu Gira HomeServer und Comfovision.
EN 50090
Europäische Norm­reihe für die Hausautomation. Beschreibt KNX als „Home and Building Electronic Systems" (HBES). Internationales Gegenstück: ISO 14543-3. Gewährleistet einheitliche Tests und Hersteller­neutralität.
Energie-Mess-Aktor
Spezieller Schaltaktor mit integrierter Verbrauchs­messung pro Kanal. Liefert Watt-, kWh- und Strom­werte direkt auf den KNX-Bus — ideal für die Visualisierung und für HEMS-Logiken. MDT, ABB und Lingg & Janke bieten 8- bis 16-Kanal-Varianten.
EnOcean
Funk-Standard für batterielose Taster und Sensoren, die ihre Energie aus Druck, Licht oder Temperatur­differenz gewinnen. Über ein KNX-EnOcean-Gateway in KNX integrierbar. Ideal für nachträgliche Sensoren ohne Verkabelung. Konkurrenz: Zigbee, Z-Wave, KNX RF.
ETS – Engineering Tool Software
Die offizielle Programmier-Software für KNX-Anlagen. Damit wird jeder Schalter, jede Funktion eingerichtet (z.B. „Taster oben links im Wohnzimmer schaltet Deckenlampe"). Lizenz kostet ca. 1.000 €/Jahr — meist beim Schaltschrankbauer oder Elektriker. Es gibt ETS Professional und ETS Inside.
ETS Inside
Schlanke Variante der ETS-Software für kleine Projekte und Endkunden. Läuft auf einem dauerhaft installierten Server-Modul; Bedienung via Tablet im Browser. Limitiert auf 255 Geräte, daher für Einfamilienhäuser ausreichend.
ETS Professional
Voll­version der ETS für Integratoren und Schaltschrank­bauer. Unbegrenzte Geräte­zahl, Multi-User-Projekte und Online-Diagnose. Standard-Werkzeug, mit dem die PIESCO-Schaltschränke programmiert und getestet werden.

F

Fenster­kontakt
Magnetischer oder Funk-Sensor, der erkennt ob ein Fenster offen oder zu ist. KNX-typische Nutzung: Heizung schaltet automatisch ab beim Lüften. In Kombi mit Alarmpaket: Alarm bei unerlaubtem Öffnen. Einbindung über Binäreingang oder direkt per KNX RF.
FI-Schutz­schalter – RCD
Fehlerstrom-Schutz­schalter im Schaltschrank. Trennt sofort den Stromkreis, sobald Strom über einen Menschen oder Defekt nach Erde fließt. Vorgeschrieben nach VDE 0100 für alle Steckdosen­kreise und Bäder.
Flag – Kommunikations­flag
Eigenschaft eines Kommunikations­objekts in der ETS — Lesen (L), Schreiben (S), Senden (Ü), Aktualisieren (A) und Kommunizieren (K). Falsch gesetzte Flags sind eine der häufigsten Fehler­quellen in der KNX-Programmierung.

G

Gateway / KNX-IP-Gateway
Brücken-Gerät zwischen KNX-Bus und anderen Welten — z.B. KNX-IP-Gateway zum Heimnetzwerk (für App-Steuerung), KNX-Audio-Gateway zur Multiroom-Anlage. Sitzt typisch im Schaltschrank.
Gira G1
5" Touch-Display von Gira. Bedient KNX, zeigt Visualisierung von Gira X1 oder HomeServer und ist über PoE oder Steckernetz­teil versorgt. Hochwertig, glasflach, im Standard­programm Reinweiß und Schwarz.
Gira HomeServer 5
High-End-Visualisierungs­server von Gira. Sehr leistungs­fähig, mit eigener Logik-Engine, Kamera-Einbindung, Multiroom-Audio und Cloud-Zugriff (GiraS1). Preis netto rund 1.800–2.500 €. Bekannt für seine Stabilität in Premium-Häusern.
Gira X1
Mittelklasse-Visualisierungs­server von Gira. Günstiger als der HomeServer, dafür mit etwas weniger Logik-Möglichkeiten. App-Steuerung, HomeKit- und Alexa-Integration ab Werk. Beliebt im Einfamilienhaus.
Google Home Bridge
Brücke zwischen KNX und Google Assistant / Nest. Sprachsteuerung von Licht, Heizung, Jalousien („Hey Google, mach das Wohnzimmer aus"). Realisiert über Visualisierungs­server wie Gira X1 oder ise Smart Connect. Pendant zur Apple HomeKit Bridge.
Gruppen­adresse
Logische „Telefon­nummer" einer KNX-Funktion — z.B. 1/2/3 = „Wohnzimmer Deckenlicht schalten". Alle Geräte, die diese Adresse abonniert haben, reagieren auf das Telegramm. Komplementär zur physikalischen Adresse eines Geräts.

H

Hager Volta
Verteiler­serie von Hager — Aufputz- und Unterputz-Schaltschränke für den Wohnungsbau. Im KNX-Standardprogramm verbreitet, gute Verfügbarkeit. Konkurrenz: ABB Striebel, Eaton XBoard.
Hauptverteiler
Zentraler Schaltschrank direkt nach dem Zählerschrank. Verteilt den Strom auf Unterverteiler oder direkt auf die Endstromkreise. Im Einfamilienhaus üblicherweise im Hauswirtschafts­raum.
Heizkreis­verteiler
Verteiler­balken der Fußboden­heizung, von dem aus jeder Heizkreis einzeln versorgt wird. Mit Stellantrieben und Heizungs­aktor wird daraus eine KNX-fähige Einzelraum­regelung.
Heizungs­aktor
Spezialaktor zur Steuerung von Heizungs­ventilen (Stellantriebe) — entweder für Fußboden­heizung oder klassische Heizkörper. Ermöglicht Einzelraum­regelung: Schlafzimmer 17°C nachts, Bad 22°C morgens. Spart 8–15 % Heizkosten.
Heizungs­aktor 6-fach
Konkrete Bauform des Heizungs­aktors mit sechs Kanälen für sechs Stellantriebe — typisch für ein Geschoss mit Wohn-/Ess­bereich, Küche, Schlafzimmer, Kinder­zimmer, Bad. Im Schaltschrank 4 TE breit.
HEMS – Home Energy Management System
Energie­managementsystem, das PV, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Verbraucher optimal aufeinander abstimmt. Maximiert die Eigenverbrauchs­quote, nutzt dynamische Stromtarife und macht Sektorkopplung möglich. KNX-Beispiele: Energiezentrale 2.0 von KNX Association, Stiebel ISG.
Hutschiene
Anderer Name für DIN-Schiene.

I

I/O-Test – Input/Output-Test
Test bei dem jeder einzelne Ein- und Ausgang des Schaltschranks vor Auslieferung durchgemessen wird. Stellt sicher, dass jeder Kanal korrekt verdrahtet und programmiert ist. Vor Ort spart das viel Inbetriebnahme­zeit.
IEC 60384
Internationale Norm für Kondensatoren in elektronischen Geräten — in der KNX-Welt relevant, weil Netzteile und Busspannungs­versorgungen entsprechende Bauteile enthalten müssen.
IP-Backbone
Ethernet-Verbindung als „Rückgrat" zwischen mehreren KNX-Linien. Statt klassischer TP-Linien­koppler werden hier IP-Router verwendet. Vorteil: hohe Bandbreite, einfache Verkabelung, gleichzeitig Brücke zu Visualisierung und App.
IP-Schutzart
Klassifizierung nach DIN EN 60529 — die erste Ziffer beschreibt Schutz gegen Fremdkörper, die zweite gegen Wasser. IP20 ist Standard im Wohnungs­schaltschrank, IP54 für staub- und spritzwasser­geschützte Gehäuse (Garage, Außen), IP65 für Strahlwasser (z.B. Garten­steuerung).
ise Smart Connect KNX
Produktfamilie der Firma ise — kleine REG-Module, die KNX mit Drittsystemen verbinden. Bekannteste Modelle: ise Smart Connect KNX Hue (Philips Hue), Apple HomeKit, Sonos, Remote Access. Schlank, zuverlässig, in vielen PIESCO-Schaltschränken im Einsatz.
ISO 14543-3
Weltweite ISO-Norm, die KNX als Standard für die Hausautomation definiert. Europäisches Gegenstück: EN 50090. KNX ist damit eine der wenigen Smart-Home-Technologien mit offizieller ISO-Anerkennung.

J

Jalousie­aktor
Spezialaktor mit zwei Ausgängen pro Kanal — einer für „Hoch", einer für „Runter". Kennt zusätzlich die Fahrtzeit (Kalibrierung), sodass „50 % offen" exakt angefahren wird. Mit Lamellen­winkel-Einstellung bei Jalousien. Wetter-abhängige Steuerung über eine Wetterstation.

K

KfW 261
KfW-Programm „Wohngebäude – Kredit". Förderkredit mit Tilgungs­zuschuss für den Neubau bzw. Kauf von Effizienzhäusern 40. KNX kann hier indirekt punkten, weil die hohe Effizienzklasse oft nur mit smarter Einzelraum­regelung erreicht wird.
KfW 458
Zuschuss­programm für den Einbau einer effizienten Heizung im Bestand (Wärmepumpe, Pellet, Solar). Bis zu 70 % Förderung. In Kombi mit KNX-Einzelraum­regelung sind die Einspar­potenziale am höchsten — daher häufige Empfehlung von Energie­beratern.
KfW-zertifizierter Energieberater
In der Energieeffizienz-Experten­liste der dena gelisteter Sachverständiger. Pflicht für die meisten KfW- und BAFA-Förderungen. Stellt den iSFP (individuellen Sanierungs­fahrplan) aus und bestätigt energetische Maßnahmen — inklusive KNX-Regelungstechnik.
Klemmleiste
Reihe von Reihenklemmen auf einer DIN-Schiene — meist für Neutral­leiter (blau), Schutzleiter (grün/gelb) oder zur Verteilung von Steuerleitungen.
KNX
Der internationale Standard für Gebäudeautomation (ISO 14543 / EN 50090). Seit über 30 Jahren etabliert, herstellerunabhängig, 500+ Hersteller. Funktioniert über ein eigenes 2-adriges Bus-Kabel zwischen allen Komponenten. Detail-Vergleich: KNX vs Loxone vs Homematic.
KNX Association
Dach­organisation der KNX-Welt mit Sitz in Brüssel. Verwaltet den Standard, vergibt das KNX-Zeichen, zertifiziert Geräte und Schulungen (KNX Partner / Tutor). Über 500 Mitglieds­firmen weltweit.
KNX-DALI-Gateway
Brücke zwischen KNX und DALI-Bus. Einzelne Leuchten oder Leuchten­gruppen werden so über KNX dimmbar, schaltbar und in Konstantlicht­regelungen einbindbar. Ein Gateway versorgt bis zu 64 DALI-Teilnehmer.
KNX-IP
Erweiterung des KNX-Standards für Ethernet/IP-Netze. Ermöglicht z.B. Visualisierung im Browser oder Smartphone-Apps. Im Schaltschrank sitzt das KNX-IP-Interface zwischen Bus und Heimnetz. Bei großen Anlagen bildet IP-Verkehr den IP-Backbone.
KNX-Logik / Universal-Logikbaustein
REG-Modul, das logische Funktionen (UND, ODER, Zeitschaltung, Schwellwert, Treppenhaus­licht) direkt auf dem Bus ausführt — ohne Visualisierungs­server. MDT „Logikmodul" und Gira „Logikbaustein" sind die häufigsten Varianten in unseren Schaltschränken.
KNX Partner / Tutor
Zertifizierungsstufen der KNX Association für Elektrofirmen. Basic = Grundkurs absolviert. Advanced = Vertiefungskurs. Tutor = darf selbst KNX-Kurse geben (Top-Stufe).
KNX PL – Powerline
Variante von KNX, die das 230-V-Stromnetz als Bus nutzt. Heute praktisch ausgestorben — wurde von KNX RF und KNX IP verdrängt. Wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
KNX-RF – Radio Frequency
Die Funk-Variante von KNX (868 MHz). Komponenten arbeiten drahtlos, mit Batterie oder Stromversorgung. Voll kompatibel mit kabelgebundenem KNX. Ideal für Nachrüstung, wenn keine Buskabel verlegt werden können. Details: KNX nachrüsten.
KNX Secure
Sicherheits­erweiterung des KNX-Standards. Zwei Spielarten: KNX Data Secure verschlüsselt einzelne Telegramme auf dem Bus, KNX IP Secure verschlüsselt den IP-Verkehr im Heimnetz. Pflicht für KfW-Förderungen und Premium-Objekte — KNX-Anlagen ohne Secure gelten heute als veraltet.
KNX TP – Twisted Pair
Die klassische, kabelgebundene KNX-Variante über das grüne 2-adrige Bus-Kabel. „TP" für Twisted Pair (verdrillt). Standard in Neubauten, weil zuverlässiger und ohne Bandbreiten­probleme im Vergleich zu Funk.
Kommunikations­objekt
Schnittstelle eines KNX-Geräts zur Außenwelt — z.B. „Schalten", „Dimmwert", „Status Rückmeldung". Jedes Kommunikations­objekt hat einen Datenpunkt-Typ und wird mit einer Gruppenadresse verknüpft. Konfiguration in der ETS.
Konstantlicht­regelung
Profi-Funktion: das Licht passt sich automatisch dem Tageslicht an. Wenn morgens die Sonne ins Büro scheint, dimmt das Deckenlicht runter; abends fährt es wieder hoch. Spart Strom und ist angenehm fürs Auge. Voraussetzung: dimmbare LEDs + Helligkeits­sensor (oft im Präsenzmelder).
kWh – Kilowattstunde
Einheit der elektrischen Arbeit (1 kWh = 1.000 W über 1 Stunde). Basis aller Strom­abrechnungen und der Berechnung der Eigenverbrauchs­quote. KNX-Energie-Mess-Aktoren liefern kWh-Werte pro Stromkreis direkt auf den Bus.

L

Linie / KNX-Linie
Eine Linie verbindet bis zu 64 KNX-Geräte über das Buskabel. Für größere Anlagen werden mehrere Linien über Bereichs- und Linienkoppler zusammen­geschaltet — theoretisch bis 58.000 Geräte pro Anlage.
Linien­koppler
KNX-Gerät, das zwei Linien verbindet und Telegramme filtert. Sorgt für Übersicht und entlastet jede Linie, weil nur relevante Telegramme weitergeleitet werden. In großen Wohnhäusern (4+ Geschosse, ab ca. 120 Geräten) empfehlens­wert.
Loxone
Konkurrenz-System zu KNX, herstellergebunden (Loxone), Bus-basiert. Günstiger und schneller einzurichten, aber nicht hersteller­neutral. Direkter Vergleich: KNX vs Loxone vs Homematic.
LS-Schalter – Leitungs­schutz­schalter
Sicherungs­automat im Schaltschrank, der bei Kurzschluss oder Überlast den Stromkreis trennt. Ersetzt die alten Schraub­sicherungen. Übliche Werte für Wohnungen: B16A für Steckdosen, B10A für Licht.

M

Matter
Hersteller­übergreifender Smart-Home-Standard, der 2022 von Apple, Google, Amazon und Samsung gemeinsam veröffentlicht wurde. Setzt auf Thread oder WLAN. Für KNX gibt es bereits Matter-Bridges (z.B. von ise Smart Connect, Gira) — KNX bleibt damit auch in Matter-Welten zukunfts­fähig.
MDT
Deutscher KNX-Hersteller aus Engelskirchen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, in unserem Standardprogramm. Bietet die komplette Bandbreite — Schaltaktoren, Dimmaktoren, Bedienpanels, Präsenz­melder, Wetterstationen.
MDT Glastaster
Premium-Bedienelement von MDT mit Glasoberfläche und kapazitiver Bedienung. Varianten von 2- bis 8-fach, mit Display und Raumtemperatur­regler. Beliebte Alternative zu Gira-/Jung-Tastern, deutlich günstiger bei gleicher Funktion.
Multimaster-Bus
Technisches Merkmal von KNX: jedes Gerät am Bus darf von sich aus senden — es gibt keine zentrale Steuerung wie bei Master-Slave-Systemen. Ein Taster spricht direkt mit einem Aktor, ohne Umweg über einen Server. Macht KNX besonders ausfallsicher.
Multiroom-Audio
Audio-System, das in jedem Raum unabhängig steuerbar ist. Bekannte Marken: Sonos, Bose. KNX kann via Gateway die Bedienung übernehmen (Lautstärke, Quelle, Play/Pause) — sodass Sie über den Wandtaster die Musik steuern können.

N

NAS – Network Attached Storage
Netzwerkspeicher im Heimnetz. In KNX-Anlagen oft als Speicher für Videoaufzeichnung der IP-Kameras oder für Backups der ETS-Programmierung. Empfohlen: Synology DS224+ als Einstieg.

P

Phasen­anschnitt / Phasen­abschnitt
Zwei Dimmverfahren: Phasen­anschnitt dimmt klassische Glühlampen und Halogen. Phasen­abschnitt dimmt LEDs und elektronische Trafos. Beim Dimmaktor das richtige Verfahren wählen, sonst flackert oder beschädigt.
Photovoltaik-Überschussladen
Strategie, bei der die Wallbox nur dann das E-Auto lädt, wenn die PV-Anlage mehr Strom liefert, als das Haus gerade verbraucht. Erhöht die Eigenverbrauchs­quote deutlich. Über KNX und HEMS mit Wallbox-Hersteller­schnittstellen (KEBA, go-e, Easee) realisierbar.
Physikalische Adresse
Eindeutige Geräte-ID auf dem KNX-Bus, Format 1.1.5 (Bereich.Linie.Gerätenummer). Komplementär zur Gruppenadresse: physikalische Adresse identifiziert das Gerät, Gruppenadresse den Funktions­zusammenhang.
Präsenz­melder
Hochwertiger Bewegungs­melder mit Helligkeitssensor und 360°-Erfassung. Anders als einfache Bewegungs­melder erkennt er auch sitzende Personen (z.B. am Schreibtisch). Schaltet Licht nur dann ein, wenn es im Raum tatsächlich zu dunkel ist — Basis für Konstantlicht­regelung.
PV-Anlage – Photovoltaik
Solarstrom­anlage auf dem Dach. In Kombi mit KNX-Energie-Mess-Aktor, Speicher und HEMS entsteht eine smarte Energie­zentrale: Überschuss­strom geht in Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe statt billig ins Netz. Stichwort PV-Überschussladen.

R

REG – Reiheneinbaugerät
Geräte, die auf der DIN-Schiene im Schaltschrank sitzen. Beispiele: alle Aktoren, KNX-IP-Interface, Busspannungs­versorgung. Größe wird in „TE" angegeben (Teilungs­einheiten zu je 17,5 mm).
Reihen­klemme
Schraub-, Federzug- oder Push-In-Klemme auf einer DIN-Schiene, an der eine oder mehrere Adern verbunden werden. Wago und Phoenix Contact sind die wichtigsten Hersteller. Mehrere Reihen­klemmen ergeben zusammen eine Klemmleiste.

S

Schaltaktor
Der einfachste Aktor: schaltet 230 V einfach ein/aus — wie ein normaler Lichtschalter, nur via Bus angesteuert. Typisch 8-fach oder 16-fach (8 bzw. 16 separate Schaltkreise pro Gerät). Mit Verbrauchs­messung als Energie-Mess-Aktor verfügbar.
Schaltschrank
Der zentrale Verteilerschrank, in dem alle KNX-Komponenten sitzen. „Das Herzstück" der Anlage. Größe je nach Hausgröße zwischen 1.000 mm und 1.600 mm hoch. Mehr: Smart-Home-Schaltschrank planen.
Schutzart IP54 / IP65
Siehe IP-Schutzart. IP54 = staub- und spritzwasser­geschützt (z.B. Garage, Außen­bereich überdacht), IP65 = staubdicht und strahlwasser­geschützt (für freiliegende Außen­installationen wie Garten­steuerung).
Sektor­kopplung
Verknüpfung der Energie­sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Konkret: PV-Strom heizt per Wärmepumpe und lädt das E-Auto. KNX und HEMS sind die Schalt­zentrale dafür — und Voraussetzung für maximale Förderung über BEG und KfW 458.
Stellantrieb
Kleiner motorischer oder thermischer Antrieb auf dem Ventil des Heizkreis­verteilers oder am Heizkörper­ventil. Wird vom Heizungs­aktor angesteuert und öffnet bzw. schließt das Ventil. 24 V- und 230 V-Varianten gängig.
Szene
Programmierter Zustand mehrerer Geräte auf Knopfdruck. Beispiele: „Filmabend" = Deckenlicht aus, Wandleuchten 30%, Jalousien runter. „Verlassen" = alles aus, Alarm scharf. Szenen werden in der ETS angelegt.
Sie planen ein konkretes Smart Home? → Festpreis im Konfigurator berechnen

T

Taster
Synonym für Bedienpanel. Anders als der „Schalter" der klassischen Elektrik kennt der KNX-Taster mehrere Funktionen (kurzer Druck = schalten, langer Druck = dimmen, Doppeldruck = Szene). Daher technisch „Taster" statt „Schalter".
Taster­schnittstelle
Kleines KNX-Modul (meist in der Schalter­dose hinter dem Taster), das einen oder mehrere konventionelle Taster KNX-fähig macht. Praktisch, wenn ein vorhandenes Schalter­programm (Glas, Holz, Designer­serie) weiter genutzt werden soll. Verwandt mit dem Binäreingang.
TE – Teilungseinheit
Standardisierte Breite für Reihen­einbaugeräte im Schaltschrank: 1 TE = 17,5 mm. Ein 8-fach-Schaltaktor hat z.B. 4 TE Breite. Pro Reihe passen typisch 12 TE.
Telegramm
Eine einzelne Daten­nachricht auf dem KNX-Bus — z.B. „Gruppen­adresse 1/2/3 = EIN". Telegramme sind nur 14 Byte klein, was den Bus auch bei vielen Geräten flott hält. Mit KNX Secure werden Telegramme verschlüsselt.
Thread
Mesh-Funk-Standard (IEEE 802.15.4), den Matter als Funkschicht nutzt. Geräte verstärken sich gegenseitig — kein zentraler Hub nötig. KNX bleibt der zuverlässige Bus im Hintergrund, Thread/Matter ergänzen es für batterie­betriebene Funk­geräte.
Touch-Display
Hochwertiges Bedienpanel mit Bildschirm — z.B. Gira G1 (5"), Busch ComfortPanel (7"). Zeigt nicht nur Status, sondern erlaubt komplexe Visualisierungen (Temperatur, Heizung, Szenen, Energie­verbrauch). Preis 546–714 €.

U

Universal-Dimmaktor
Hochwertiger Dimmaktor, der automatisch zwischen Phasen­anschnitt und Phasen­abschnitt erkennt und passend dimmt. Vorteil: kein Vorwissen über die Lampen nötig, weniger Risiko bei Lampen­wechsel. Etwas teurer als der spezielle Dimmaktor, aber für Bauherren stress­frei.
Universal-Logikbaustein
Siehe KNX-Logik.
Unterverteiler
Sekundärer Schaltschrank, der vom Hauptverteiler versorgt wird. Typisch im Obergeschoss, in der Garage oder im Carport. KNX-Bus läuft dann parallel zwischen Haupt- und Unterverteilern — manchmal via Linienkoppler getrennt.
USV – Unterbrechungs­freie Strom­versorgung
Pufferbatterie für den Schaltschrank. Bei Stromausfall läuft das Smart Home weiter — mehrere Stunden je nach Last. Wichtig für Alarmanlagen und kritische Funktionen.

V

VDE 0100
DIN-Norm­reihe für die Errichtung elektrischer Anlagen mit Spannungen bis 1.000 V. Definiert Berührungs­schutz, Erdung, FI- und LS-Schutz. Jede KNX-Installation muss nach VDE 0100 errichtet sein — sonst keine VDE-Konformität, keine Versicherung.
Verteilerkasten
Gehäuse für die Elektro­installation — Kunststoff oder Stahlblech, Auf- oder Unterputz. Im Wohnungsbau enthält er Sicherungen, Aktoren, KNX-Komponenten. Synonyme: Schaltschrank, Hausverteiler.
Visualisierung
Grafische Bedien­oberfläche der KNX-Anlage — auf dem Touch-Display, im Browser oder per App. Hier sehen Bewohner Temperaturen, Energie­verbrauch, Kamera­bilder, Heizungs­plan. Erzeugt wird sie auf einem Visualisierungs­server.
Visualisierungs-Editor
Software-Bestandteil eines Visualisierungs­servers, mit dem das Layout der Bedien­oberflächen gestaltet wird. Beispiele: Gira Projekt­assistent (GPA), eibPort Editor, ETS Inside. Drag-and-Drop, keine Programmier­kenntnisse nötig.
Visualisierungs­server
Kleines Gerät im Schaltschrank, das die KNX-Funktionen für die App-Bedienung aufbereitet. Bekannt: GIRA HomeServer, Gira X1, Comfovision, ise Smart Connect, eibPort, Loxone Miniserver. Voraussetzung für moderne Smartphone-Apps und Sprach­assistenten.
VPN – Virtual Private Network
Sicherer verschlüsselter Tunnel ins Heimnetzwerk von unterwegs. Notwendig für Fernzugriff auf das Smart Home, ohne dass Sie das Netzwerk fürs offene Internet freigeben müssen. Schutz vor Hacking.

W

Wallbox
Ladestation fürs E-Auto, typisch 11 kW oder 22 kW. Über KNX und HEMS kann sie PV-Überschuss laden, dynamische Tarife nutzen und Lade­fenster planen. Beliebte Modelle mit Modbus/KNX-Schnittstelle: KEBA P40, go-e Charger, Easee Home.
Wandsteckdosen-Tablet
In die Wand eingelassenes Tablet (meist 8–10"), das per PoE versorgt wird und die KNX-Visualisierung dauerhaft anzeigt. Beliebte Lösungen: Peakago Wall-Mount mit ipados, Tableau Pro mit eingebautem Lade­modul. Alternative zu fest verbauten Touch-Displays.
Wetterstation
Sensor-Bauteil außen am Haus, das Wind, Regen, Sonne und Temperatur erfasst. Wird für Sonnenschutz­automatik benötigt: Jalousien fahren bei Wind hoch (vor Schaden), bei Sonne runter (vor Aufheizung). Typischer Preis 250–500 €.
Wiederholer
KNX-Gerät, das Telegramme einer Linie verstärkt und so deren Länge auf bis zu 4× verlängern kann. Wird genutzt, wenn der Bus-Spannungs­abfall droht oder ein Haus sehr weit­läufig ist. Heute oft durch IP-Backbone ersetzt.

Z

Zigbee
Funk-Mesh-Standard (2,4 GHz), bekannt durch Philips Hue, IKEA Tradfri, Aqara. Über ein KNX-Zigbee-Gateway oder einen Hue-Bridge-Anschluss am Visualisierungs­server in KNX integrierbar. Konkurrenz: Z-Wave, Thread, EnOcean.
Z-Wave
Lizenzpflichtiger Funk-Standard (868 MHz, EU) für Smart-Home-Geräte. Sehr verbreitet in den USA, in Deutschland weniger. Einbindung in KNX meist über Drittsystem-Gateways. Schwächere Marktstellung als Zigbee oder Matter.

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