- Was ist KNX überhaupt?
- Wann lohnt sich KNX?
- Wann lohnt sich KNX NICHT?
- Kosten-Übersicht EFH
- Kosten pro Raum
- Was steckt im Festpreis?
- Was ist nicht drin?
- KNX vs. Loxone
- KNX vs. Homematic IP
- KNX vs. Shelly/WLAN
- KNX vs. Apple Home / Matter
- Förderung 2026 (BAFA, KfW, Länder)
- Planungs-Checkliste Bauherren
- Schritt 1: Räume richtig zählen
- Schritt 2: Funktionen festlegen
- Schritt 3: Kabel & Bus-Topologie
- Schritt 4: Schaltschrank planen
- Schritt 5: Hersteller-Mix
- Schritt 6: Bedienung (Taster, Touch, App)
- Schritt 7: PV + Wärmepumpe + Wallbox
- Schritt 8: Sicherheit & Datenschutz
- Schritt 9: Visualisierung
- Schritt 10: Inbetriebnahme (ETS)
- KNX nachrüsten im Altbau
- Praxisbeispiel: 140 m² EFH
- Praxisbeispiel: 220 m² Premium
- Praxisbeispiel: 80 m² Wohnung
- 10 teuerste Bauherren-Fehler
- Was den Elektriker fragen?
- Deine nächsten Schritte
1. Was ist KNX überhaupt?
KNX ist seit 1990 der offene Standard für Gebäudeautomation (vorher EIB). Es ist kein Produkt sondern eine Norm (ISO/IEC 14543-3) — vergleichbar mit USB oder Ethernet. Über 500 Hersteller weltweit bauen KNX-kompatible Geräte. Du kombinierst sie alle frei.
Wie funktioniert es? Ein 2-adriges grünes Buskabel verbindet alle Geräte miteinander. Sensoren (Taster, Bewegungsmelder, Wetterstation) senden Befehle, Aktoren (Schaltrelais, Dimmer, Jalousie-Motor-Steuerung) führen aus. Alles parallel zur normalen Strom-Verkabelung.
2. Wann lohnt sich KNX?
- Neubau / Kernsanierung mit 6+ Räumen und Eigennutzung 10+ Jahre
- Du willst Jalousie + Heizung + Licht + Sicherheit zentral und nicht 4 Apps
- Du planst PV-Anlage + Wärmepumpe + E-Auto (Sektorenkopplung braucht intelligente Steuerung)
- Du willst keine Hersteller-Abhängigkeit über 20+ Jahre
- Mehrfamilienhaus / Vermietung: pro Wohneinheit autark, Messmittel-Daten zentral
3. Wann lohnt sich KNX NICHT?
- Mietwohnung (du darfst keine Wände aufstemmen)
- Budget unter 3.000 € für komplette Smart-Home-Lösung → besser Shelly/Homematic IP
- Du willst „nur 2 Räume smart" (Overhead lohnt sich nicht)
- Du planst Hausverkauf in 3-5 Jahren (Amortisation klappt nicht)
- Du willst KEINE Kabel verlegen → KNX-RF (Funk) ist möglich aber teurer und limitierter
4. Kosten-Übersicht EFH
| Ausbaustufe | Wohnfläche | Räume | Festpreis netto |
|---|---|---|---|
| Basis-EFH | 100–130 m² | 5–6 | 3.500 – 5.500 € |
| Standard-EFH | 130–180 m² | 7–9 | 5.500 – 9.000 € |
| Premium-EFH | 180–250 m² | 9–12 | 9.000 – 14.000 € |
| Luxus-Villa | 250+ m² | 12+ | 14.000 – 25.000+ € |
Diese Preise sind nur für den fertig programmierten Schaltschrank (Hardware + ETS + I/O-Test + Lieferung). Der Elektriker rechnet separat ab.
5. Kosten pro Raum
| Raum | Preisspanne | Was ist drin? |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 800 – 1.800 € | 3-5 Lichtkreise, 1-2 gedimmt, Jalousien, Heizung, Premium-Panel |
| Schlafzimmer | 650 – 1.100 € | 2-3 Lichtkreise dimmbar, Jalousie, Heizung |
| Küche | 700 – 1.400 € | 3-4 Lichtkreise, Bewegungsmelder, Szenen-Panel |
| Badezimmer | 450 – 900 € | 1-2 Lichtkreise, Lüftung, Fußbodenheizung |
| Flur | 350 – 700 € | 1-2 Lichtkreise, Präsenzmelder, optional Touch |
| Kinderzimmer | 550 – 900 € | 2 Lichtkreise dimmbar, Jalousie, Heizung |
| Gäste-WC | 200 – 400 € | 1 Licht, 1 Lüfter, Bewegungsmelder |
| Arbeitszimmer | 700 – 1.200 € | 2 Lichtkreise dimmbar, Jalousie, Szenen |
6. Was steckt im Piesco-Festpreis?
- Fertig verdrahteter Schaltschrank (Hutschiene, Reihenklemmen, beschriftet)
- Alle KNX-Aktoren (Schalt-, Dimm-, Jalousie-, Heizungsaktor)
- Bedienpanels deiner Wahl (MDT, Gira, Jung, Busch-Jaeger)
- Vollständige ETS-Programmierung (das ist die KNX-Software, Profi-Lizenz)
- I/O-Test jedes einzelnen Kanals vor Auslieferung
- PDF-Anschlussplan für den Elektriker
- Bundesweite Spedition
- Telefonischer Support bei der Anschlussinstallation
7. Was ist NICHT im Festpreis?
- Verlegung der KNX-Buskabel im Haus (macht der Elektriker)
- Verlegung der 230V-Stromkabel zu den Aktoren (Elektriker)
- Anschluss vor Ort + Inbetriebnahme-Begleitung (Elektriker, 1.500-3.000 €)
- Putz-Arbeiten, Maler, Bodenbeläge
- Externe Geräte: Wärmepumpe, PV-Wechselrichter, Wallbox — diese werden nur an KNX angebunden
8. KNX vs. Loxone
Loxone ist deutlich günstiger (3.500-6.500 € EFH), aber proprietär: du bist an einen Hersteller gebunden. Die Loxone-Cloud-App ist nett, aber: wenn Loxone als Firma Probleme bekommt, hast du in 10 Jahren ein Bandwurm-System ohne Updates.
KNX ist teurer aber 100 % offen. Geht Hersteller A pleite, kaufst du Hersteller B — funktioniert ohne Anpassung. Plus: bei Loxone bekommst du oft Drittanbieter-Geräte nur über Workarounds eingebunden.
→ Detail-Vergleich mit Tabelle
9. KNX vs. Homematic IP
Homematic IP ist Funk-basiert — keine Kabel nötig. Das macht es zur besten Nachrüst-Lösung für Bestandsbauten. Preisrange: 1.500-4.000 € für EFH.
Aber: Cloud-abhängig (Hersteller-Server eQ-3 muss laufen), Funk-Reichweite oft problematisch, weniger Hersteller-Auswahl. Für Neubauten ist KNX die zukunftssichere Wahl.
10. KNX vs. Shelly/WLAN-Systeme
Shelly-Module kosten 3-30 € pro Stück und sind super-flexibel. Für Bastler, Mieter, kleines Budget perfekt. Aber: 50+ Geräte am WLAN sind problematisch, Geräte-Mix sieht uneinheitlich aus, viele brauchen Cloud.
Für ein Neubau-EFH ist KNX langfristig die bessere Investition. Für eine 60-m²-Wohnung als Bestand ist Shelly oft genug.
11. KNX vs. Apple Home / Matter
Apple Home (HomeKit + Matter) ist eine App, keine Hardware. Du brauchst trotzdem Schaltgeräte irgendeines Herstellers. Matter ist 2024 erschienen, immer noch unreif für Voll-Smart-Home.
Beste Kombi: KNX als Infrastruktur + Apple Home als Bedienoberfläche oben drauf (via Gira X1 + Matter-Bridge). Du bekommst Apples App-UX UND KNX' Langlebigkeit.
12. Förderung 2026 (BAFA, KfW, Länder)
Bundesweit
- BAFA Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG EM): Heizungsoptimierung mit KNX = bis zu 30 % Zuschuss auf die Steuerung. Antrag VOR Einbau.
- KfW 458 (Heizungstausch privat): Förderung für Wärmepumpe inkl. intelligenter Steuerung — KNX zählt als förderfähige Komponente.
- KfW 261 (Wohngebäude-Kredit): günstiger Kredit für KfW-55- oder KfW-40-Standard. KNX trägt zur Effizienzklasse bei.
Länder-Programme (Auszug)
- BW (L-Bank): Wohnen mit Zukunft.BW
- BY (BayernLabo): Energie-Förderung 2026
- NRW (NRW.Bank): progres.nrw
- RLP (ISB): ISB Energie+ 2026
- Hessen (WIBank): Hessen modernisiert
13. Planungs-Checkliste für Bauherren
Die folgenden 10 Schritte solltest du vor dem Architekten-Termin abhaken:
14. Schritt 1: Räume richtig zählen
Nicht nur Wohnräume — auch Flur, WC, Hauswirtschaftsraum, Treppenhaus, Keller-Hobby-Raum. Faustregel: Jeder Raum mit Licht = mind. 1 KNX-Bedienpunkt = 350-1.800 € im Schaltschrank.
15. Schritt 2: Funktionen pro Raum festlegen
- Beleuchtung: Schalten/Dimmen? Wie viele Kreise? Farbtemperatur (Tunable White)?
- Jalousie/Rollläden: Ja oder nein? Mit Wetterstation (Wind/Regen-Stopp)?
- Heizung: Einzelraum-Regelung oder zentrale Heizkurve?
- Steckdosen: 1-2 schaltbare pro Raum (TV-Standby-Killer)?
- Sicherheit: Fensterkontakte, Bewegungsmelder, Anwesenheitssimulation?
16. Schritt 3: Kabel & Bus-Topologie
Im Neubau immer mit Sternverkabelung. Jeder Raum bekommt 230V + 1×KNX-Bus-Kabel zum Schaltschrank. Plus Leerrohre für Nachrüst-Reserve.
Wichtig: KNX-Buskabel (grün, 2-adrig, J-Y(St)Y 2×2×0,8) gehört NICHT mit Stromkabeln im gleichen Leerrohr.
17. Schritt 4: Schaltschrank planen
Faustregel: pro 100 m² Wohnfläche = 1× 4-reihiger Hager-Schaltschrank (oder ähnlich). Bei 200+ m² besser zwei separate Schränke (Hauptverteilung + Smart-Home-Schrank).
→ Detail-Anleitung Schaltschrank-Planung
18. Schritt 5: Hersteller-Mix
KNX ist offen — du musst NICHT alles vom gleichen Hersteller kaufen. Praxis-Mix:
- Aktoren: MDT (beste Preis-Leistung)
- Bedienpanels: Gira, Jung, Busch-Jaeger (Design-Frage)
- Wetterstation: Theben, Elsner
- Logikmodul: MDT IP-Interface oder Gira X1 Server
19. Schritt 6: Bedienung (Taster, Touch, App)
Drei Ebenen kombinieren:
- Klassischer Taster an jeder Tür (Strom-Hauptschalter-Mentalität: muss immer funktionieren)
- Touch-Panel im Wohnzimmer (Szenen, Heizung, Visualisierung)
- Smartphone-App für unterwegs (über Gira X1 Server oder KNX IP)
20. Schritt 7: PV + Wärmepumpe + Wallbox
Die Königsdisziplin moderner KNX-Installationen: Sektorenkopplung.
- PV-Überschuss → automatisch Wallbox aktivieren
- Bei viel Sonne → Wärmepumpe Pufferspeicher hochfahren
- Bei Tibber-Dynamic-Tarif unter 0,15 €/kWh → Heizung läuft
- Energie-Dashboard im Touch-Panel: Was läuft gerade wo?
→ Detail-Page PV + Energiemanagement
21. Schritt 8: Sicherheit & Datenschutz
- KNX selbst läuft lokal → keine Cloud, keine DSGVO-Probleme
- KNX Secure (verschlüsselter Bus) ist optional, aber für Mehrfamilienhäuser empfohlen
- Wenn App-Zugriff von außen: VPN (Wireguard) statt Hersteller-Cloud
- Fensterkontakte + Anwesenheitssimulation = nachweisbare Einbruchsabschreckung (Hausrat-Versicherung gibt Rabatt)
22. Schritt 9: Visualisierung
Reine KNX-Tasterbedienung reicht nicht für moderne Bauherren. Du brauchst eine Visualisierung mindestens auf einem Touch-Panel im Wohnzimmer. Optionen:
- Gira G1 + X1 Server: 1.500-2.500 €, Design-Pflicht für Premium-Klientel
- MDT Glastaster + VisuControl: günstiger, 600-1.000 €
- iPad / Tablet auf Halterung + App: sehr flexibel, 300-500 € + Tablet
23. Schritt 10: Inbetriebnahme (ETS)
ETS = Engineering Tool Software, die offizielle KNX-Programmiersoftware. Lizenz: 1.250 € einmalig (Lifetime) oder 900 €/Jahr Mietlizenz. Nur für Profis. Privatpersonen können theoretisch lernen — praktisch dauert es 80-120h.
Bei Piesco bekommst du den Schrank vollständig programmiert. Der Elektriker schließt nur noch an, du steckst ein, fertig.
24. KNX nachrüsten im Altbau
Möglich aber teurer (Wände müssen aufgestemmt werden). Drei Optionen:
- Komplettsanierung: Alles neu, optimal, 10.000-25.000 € EFH
- KNX-RF (Funk): keine Kabel, aber teurer pro Aktor und weniger zuverlässig
- Hybrid: KNX im Neu-Anbau + Homematic IP im Altbestand
25. Praxisbeispiel: 140 m² EFH
Konfiguration: 7 Räume, Licht + Jalousie + Heizung pro Raum, 1 Touch-Panel Wohnzimmer, 1 Wetterstation, PV-Anbindung.
Festpreis Piesco: 6.800 € netto.
Elektriker-Arbeit: ~3.500 € (Kabelverlegung + Anschluss + Inbetriebnahme).
Total funktionsfähig: 10.300 € netto.
26. Praxisbeispiel: 220 m² Premium
Konfiguration: 11 Räume, Tunable-White-Beleuchtung, Multiroom-Audio, Gira X1 + G1, Wärmepumpe + PV + Wallbox-Anbindung, Sicherheits-System.
Festpreis Piesco: 13.500 € netto.
Elektriker-Arbeit: ~5.500 €.
Total: 19.000 € netto.
27. Praxisbeispiel: 80 m² Wohnung
Konfiguration: 4 Räume, Licht + 2 Jalousien, Heizung, 1 Bedienpanel.
Festpreis Piesco: 3.200 € netto.
Elektriker: ~1.800 €.
Total: 5.000 € netto.
28. 10 teuerste Bauherren-Fehler
- Zu spät planen. Spätestens beim Architekten-Vorentwurf muss "Smart Home: ja, KNX" feststehen.
- Schaltschrank zu klein. Plane immer 30 % Reserve für Nachrüstung ein.
- Keine Leerrohre verlegen. Bei späterem Wunsch nach mehr Sensoren = aufstemmen.
- Cloud-Lock-in akzeptieren. KNX ist offen — nimm keine "geschlossenen" Smart-Home-Systeme.
- Bedienpanels falsch positionieren. Auf Augenhöhe, an der Türsturzseite, nicht hinter Möbeln.
- Buskabel sparen. Lieber 50 € mehr Kabel als 10 Jahre keine Erweiterung möglich.
- Visualisierung weglassen. Du wirst sie nach 3 Monaten vermissen.
- Hersteller-Mix vermeiden wollen. Das ist der KNX-Vorteil. Nutz ihn.
- Förderung vergessen. BAFA + KfW bringen oft 15-30 % zurück — Antrag VOR Auftrag.
- Den Elektriker den Schaltschrank machen lassen. Das ist eine eigene Disziplin — meistens günstiger und besser bei Profi-Schaltschrankbauern wie Piesco.
29. Was den Elektriker fragen?
- "Hast du Erfahrung mit KNX-Bus-Verlegung?"
- "Wie viele Stunden kalkulierst du für die Verlegung in einem 150-m²-EFH?"
- "Kannst du mit einem extern gelieferten Schaltschrank arbeiten? (Du machst nur Anschluss + Inbetriebnahme)"
- "Bekomme ich einen Anschlussplan + Aderbeschriftung?"
- "Wer macht die ETS-Programmierung? Du oder ein Externer?"
30. Deine nächsten Schritte
2. Beratung anfragen
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