Samsung SmartThings hat eine bewegte Geschichte. 2014 von Samsung übernommen, mehrfach umgekrempelt, App-Refactoring, der Klassiker-Hub eingestampft, Groovy-Skripte abgeschaltet, neue Aria-Plattform – Power-User wissen, was es heißt, wenn ein Konzern mitten in der Reise das Steuer rumreißt. Trotzdem ist SmartThings 2026 noch immer eines der vielseitigsten Smart-Home-Hub-Systeme: Zigbee, Z-Wave, Matter und tausende kompatible Geräte in einer App.
Für viele Samsung-Smartphone-User der natürliche Einstieg. Für Bauherren mit langfristiger Perspektive aber eine berechtigte Frage: Lohnt sich das? Wir vergleichen SmartThings ehrlich mit KNX – aus 12+ Jahren Praxis und mit Blick auf die kompletten Lebenszykluskosten.
Kurzantwort vorweg
SmartThings gewinnt bei: Bestandsbau, Samsung-Smartphone-Haushalt, Mid-Range-Budget (500–2.500 €), gemischter Gerätepark (Zigbee + Z-Wave + Matter), schnelle Inbetriebnahme.
KNX gewinnt bei: Neubau, Kernsanierung, professionelle Beschattungs-/Energie-Logik, 25+ Jahre Eigennutzung, herstellerneutrale Infrastruktur, Cloud-Unabhängigkeit, Wiederverkaufswert.
Worum geht's hier – die zwei Welten in 60 Sekunden
Samsung SmartThings ist eine Cloud-zentrierte Smart-Home-Plattform mit hauseigenem Hub (SmartThings Hub V3, neuere Modelle teils in Samsung-Fernsehern und -Kühlschränken eingebaut) und einer App. Der Hub verbindet sich per LAN mit dem Router und spricht Zigbee, Z-Wave und Matter direkt; Cloud-API für WLAN-Geräte. Routinen, Szenen und externe Zugriffe laufen in der Samsung-Cloud. Datentechnisch: Server-Standorte unter anderem in Korea, USA und EU.
KNX ist ein international genormter Gebäudebus-Standard (EN 50090 / ISO 14543) mit eigenem Buskabel parallel zum 230-V-Stromnetz. 500+ Hersteller, 30+ Jahre Lebensdauer, professionelle Programmierung mit der ETS-Software. Komponenten kommunizieren dezentral über den Bus, ohne zentrale Cloud oder App.
Der entscheidende Unterschied: SmartThings ist ein Cloud-Hub mit Funk-Endgeräten. KNX ist ein Bus mit dezentralen Aktoren. Das eine ist eine elegante Erweiterungsplattform, das andere eine professionelle Gebäudeinfrastruktur. Beide haben ihren Platz.
Die direkte Gegenüberstellung
Samsung SmartThings
€€
- Riesige Geräteauswahl (Matter, Zigbee, Z-Wave)
- Gute App-Bedienung
- Hub ab ~120 €, Samsung-TV/Kühlschrank teils integriert
- DIY-tauglich
- Bixby/Alexa/Google-Sprachsteuerung
- 100 % Cloud-abhängig für Routinen
- Samsung kann jederzeit Cloud abschalten (Klassik-Hub 2022, Groovy 2023)
- App-Refactorings haben Power-User vergrault
- Kein Profi-Licht-/Beschattungs-System
- Bridge-Ausfall = Automation tot
KNX
€€€
- Herstellerunabhängig, offen (500+ Hersteller)
- Lebensdauer 25–30 Jahre
- Voller Funktionsumfang (DALI, Wetterstation, PV)
- Komplett ohne Internet betreibbar
- Profi-Wandtaster & Glaspanels
- +5–10 % Wiederverkaufswert
- Höhere Anschaffung (3.500–14.000 €)
- Buskabel-Verlegung erforderlich
- ETS-Programmierung durch Profi
- Im Bestand nur mit Aufwand
Vergleichstabelle: 9 Kriterien im Direktvergleich
| Kriterium | Samsung SmartThings | KNX |
| Preis EFH 6 Räume |
800–2.500 € (Hub + Zigbee/Z-Wave/Matter-Geräte) |
3.500–14.000 € (Profi-Komplettsystem) |
| Funktionsumfang |
Schalten, Dimmen, Thermostate, Sensoren, Kameras – was Drittanbieter anbieten |
Licht (inkl. DALI/RGB/Konstantlicht), Beschattung mit Wetterstation, HVAC, Präsenz, Sicherheit, PV/Energie, Multiroom-Audio |
| Skalierbarkeit |
Bis ~200 Geräte pro Hub stabil; bei viel Zigbee Mesh-Optimierung nötig |
Praktisch unbegrenzt (bis 65.000 Adressen pro Linie) |
| Update-Sicherheit |
Cloud-Updates durch Samsung; Hardware-Support endet bei Plattform-Wechsel |
Offener Standard, rückwärtskompatibel seit 1990 |
| Cloud-Abhängigkeit |
Voll Cloud-abhängig für Routinen, externer Zugriff, Sprachsteuerung – nur Direkt-Kommandos im Heimnetz lokal |
Vollständig lokal möglich |
| Installation |
QR-Code scannen, Gerät in SmartThings-App hinzufügen – DIY-tauglich |
Elektriker + KNX-Programmierer, Schaltschrank-zentriert |
| Hersteller-Vielfalt |
Tausende Geräte in Zigbee, Z-Wave, Matter; Samsung selbst wenig dedizierte Smart-Home-Hardware |
500+ (Gira, JUNG, MDT, ABB, Siemens, …) |
| Lebensdauer |
Cloud-Pflege durch Samsung: bisher 10+ Jahre, aber mit Bruchstellen (Klassik-Hub, Groovy abgeschaltet) |
25–30+ Jahre (KNX-Hardware aus 1995 funktioniert heute noch) |
| Energieeffizienz |
Heizung gut über Z-Wave-/Zigbee-Thermostate, PV-Lastmanagement nur indirekt |
Präsenz-/Lichtsteuerung, PV-Lastmanagement, Wetterstation-geführte Beschattung – ganzhausweit |
Samsung SmartThings – Pro und Contra ehrlich
Was SmartThings richtig gut macht
- Geräte-Kompatibilität Champion: Kaum eine Plattform unterstützt so viele unterschiedliche Funk-Standards: Zigbee, Z-Wave, Matter, Bluetooth, plus Cloud-API für WLAN-Geräte. Sie können Aqara-Sensoren, Hue-Lampen, Bosch-Thermostate und Sonos-Lautsprecher in einer App vereinen.
- SmartThings Hub V3: Kostet rund 120 €, integriert Zigbee 3.0, Z-Wave Plus, neuerdings auch Matter und Thread (Hub V3 mit Thread-Border-Router). Damit eine wirtschaftliche Hub-Lösung.
- Samsung-TV/Kühlschrank als Hub: Viele moderne Samsung-Smart-TVs (ab 2022) und Family-Hub-Kühlschränke haben den SmartThings-Hub integriert. Wenn Sie ohnehin Samsung-Hardware kaufen, sparen Sie den Hub-Preis.
- App-Bedienung: Die SmartThings-App ist nach mehreren Refactorings 2024/2025 wieder solide bedienbar – sauber strukturiert, schnell, Multi-User-tauglich.
- Bixby + Alexa + Google parallel: SmartThings spielt mit allen drei großen Sprachassistenten. Familien mit gemischten Vorlieben sind hier flexibel.
- SmartThings Energy: Modernes Modul zur Stromverbrauchsvisualisierung, PV-Anbindung über kompatible Wechselrichter und Lastverlagerung in der Cloud.
Wo SmartThings schwächelt
- Voll Cloud-abhängig für Routinen: Die meisten SmartThings-Routinen werden in der Samsung-Cloud ausgeführt. Das heißt: Internet-Ausfall = Automation tot. Lokal funktionieren nur direkte Schaltkommandos im Heimnetz, und auch das nur für bestimmte Geräteklassen.
- Samsung-Plattform-Risiko (real, nicht hypothetisch): Samsung hat in der SmartThings-Vergangenheit zweimal harte Brüche gemacht: 2022 wurde der klassische SmartThings-Hub (V1/V2) eingestellt, 2023 wurden Groovy-basierte Custom-Automationen abgeschaltet – viele Power-User mussten ihre Setups komplett neu bauen. Es gibt keine Garantie, dass das nicht wieder passiert.
- Kein Profi-Lichtsystem: DALI, Konstantlicht-Regelung, tunable white über den gesamten Wohnbereich, Multiroom-Audio mit Wandbedieneinheiten – das deckt SmartThings nicht ab.
- Hub-Abhängigkeit: Ohne SmartThings-Hub keine Zigbee/Z-Wave-Geräte. Fällt der Hub aus, ist das halbe Haus tot bis zum Ersatz.
- Beschattungsautomatik nur eingeschränkt: Wettergeführte Sonnenschutzsteuerung mit Wind-/Regen-/Sonnenstand über alle Fenster eines Hauses geht mit SmartThings nur sehr eingeschränkt über Drittanbieter-Wetter-API.
- Datenschutz-Fragezeichen: Cloud-Server in Korea/USA/EU, Samsung als Konzern verarbeitet zusätzlich Werbedaten in vielen Regionen. Mehr Cloud-Verbindlichkeit als bei den meisten Wettbewerbern.
KNX – Pro und Contra ehrlich
Was für KNX spricht
- 30+ Jahre offener Standard: EN 50090, ISO/IEC 14543. Rückwärtskompatibilität ist geläufige Praxis.
- 500+ Hersteller: Gira, JUNG, Berker, MDT, Siemens, ABB, Hager, Theben, Busch-Jaeger, … Hersteller-Lock-in ausgeschlossen.
- Dezentrale Robustheit: Aktoren funktionieren auch ohne zentrale Bridge oder Cloud. Selbst wenn die Visualisierung ausfällt, läuft Licht und Heizung weiter.
- Profi-Bedienelemente: Glas-Taster, KNX-Touchpanels (Gira G1, MDT Glastaster), eingelassene Tableaus.
- Voller Funktionsumfang: DALI-Anbindung für Konstantlicht, Wetterstation mit Sonnenstand, KNX-Präsenzmelder mit Lux-Messung, PV-Lastmanagement, Multiroom-Audio.
- Kein Konzern-Risiko: KNX ist ein internationaler Standard ohne einzelnen Konzern, der ihn abschalten kann. Auch wenn ein KNX-Hersteller pleitegeht, gibt es 499 andere.
- Wiederverkaufswert: Ein KNX-Haus erzielt nach unserer Erfahrung 5–10 % Premium gegenüber einem vergleichbaren Haus ohne Bus.
Wo KNX nicht passt
- Hohe Anschaffungskosten: Ein kleines KNX-Setup startet bei ~3.500 €. Für das Geld bauen Sie ein attraktives SmartThings-Setup.
- Nicht für Bestandsbau ohne Sanierung: Buskabel verlegen geht in einer bewohnten 90er-Wohnung nicht ohne Aufwand. KNX-RF (Funk) wäre möglich, aber teurer als ein SmartThings-Setup.
- Profi-Programmierung nötig: ETS-Software, Lizenz ~1.000 €, Einarbeitung mehrere Monate.
- Geringere Geräte-Vielfalt im DIY-Funkbereich: Wer schnell mal eine Sensorik im Schlafzimmer-Eck nachrüsten will, kommt mit SmartThings/Zigbee günstiger und schneller zum Ziel.
Wann ist Samsung SmartThings die bessere Wahl?
Klare Empfehlung für SmartThings in folgenden Fällen:
- Bestandsbau ohne Sanierungsabsicht: Sie wollen ohne Wände-Aufreißen eine Smart-Home-Funktion bekommen.
- Samsung-Haushalt mit kompatibler Hardware: Sie haben einen Samsung-Smart-TV (mit integriertem SmartThings-Hub), Samsung-Smartphones, vielleicht einen Family-Hub-Kühlschrank. Dann ist SmartThings ohnehin schon da.
- Mid-Range-Budget (800–2.500 €): Sie wollen einen vielseitigen Hub mit Zigbee/Z-Wave/Matter und sind bereit, in der Samsung-Cloud zu leben.
- Multi-Hersteller-Plan: Sie wollen Aqara-Sensoren + Hue-Lampen + Bosch-Thermostate + Sonos-Lautsprecher in einer Plattform vereinen. SmartThings kann das aus dem Stand.
- Sie planen einen Tech-Wechsel in 8–10 Jahren: Wer das System ohnehin in absehbarer Zeit komplett ersetzen will, kann das Samsung-Plattform-Risiko mit einplanen.
Wann ist KNX die bessere Wahl?
Klare Empfehlung für KNX bei:
- Neubau oder Kernsanierung: Die Buskabel werden ohnehin parallel mitverlegt.
- Cloud-frei sein wichtig: Wer aus Datenschutz- oder Verfügbarkeits-Gründen keine Hersteller-Cloud will, kann KNX 100 % lokal betreiben. SmartThings ist konzeptionell auf die Samsung-Cloud angewiesen.
- Mehr als Mid-Range-Komfort: Sobald Sie professionelle Licht-/Beschattungs-/Energielösungen wollen, schlägt KNX SmartThings deutlich.
- 25+ Jahre Eigennutzung geplant: Auf die Lebensdauer wird KNX günstiger als jede Cloud-Lösung mit Konzern-Risiko.
- PV/Energiemanagement: KNX kann Verbraucher abhängig vom PV-Überschuss schalten, Speicher steuern, E-Auto-Wallbox einbinden – SmartThings hat hier kein durchgängiges Konzept.
- Wiederverkauf wichtig: KNX-Haus = sichtbarer Premium-Eindruck mit Hauswert-Effekt.
Migration: Von SmartThings auf KNX wechseln
Diese Konstellation begegnet uns regelmäßig: Bauherren haben mit SmartThings im Bestand begonnen, planen jetzt einen Anbau oder eine Kernsanierung und wollen das „richtig“ machen. Oder sie hatten 2022/2023 die Cloud-Brucherfahrung von Samsung und wollen weg vom Konzern-Risiko. So läuft die Migration typischerweise:
- Bestand dokumentieren: Welche SmartThings-Geräte sind im Einsatz? Welche Funktion erfüllen sie? Zigbee, Z-Wave oder Matter? Liste machen.
- Sanierungsbereich klar abgrenzen: In den neu gebauten oder sanierten Bereichen Buskabel mitverlegen, Schaltschrank für KNX-Aktoren planen.
- SmartThings-Bestand parallel betreiben: Über Home Assistant lassen sich SmartThings (via Cloud-API oder direkt über Zigbee-Coordinator) und KNX (via KNXD oder MDT IP-Router) in einer Oberfläche kombinieren. Das macht den Übergang weich.
- Hersteller-Mix nach KNX migrieren: Hue-Lampen können weiterhin per Hue-Bridge laufen und in KNX-Visualisierung eingebunden werden. Aqara-Sensoren lassen sich oft per Zigbee2MQTT direkt auf einem Raspberry Pi laufen lassen – ohne SmartThings-Hub.
- Heizung/Thermostate: Z-Wave-Thermostate gegen elektrothermische Stellantriebe + KNX-Heizungsaktor tauschen. Saubere Komplett-Lösung im Schaltschrank.
- Wandbedienung etablieren: KNX-Glastaster, Touchpanels (Gira G1) installieren – damit Sie unabhängig vom Smartphone bedienen können.
Praxis-Tipp
Wenn Sie 2022 die SmartThings-Hub-Abschaltung oder 2023 das Groovy-Aus erlebt haben: das ist genau der Moment, in dem die KNX-Investition plötzlich nicht mehr teuer wirkt. KNX-Hardware funktioniert in 25 Jahren noch – egal welcher Konzern entscheidet, was 2030 cool ist.
Preisbeispiel: Einfamilienhaus mit 6 Räumen
Annahme: 130-m²-EFH, 6 Räume (Wohnen, Küche, Bad, 3x Schlaf), Standard-Smart-Home-Ausstattung. So sehen die beiden Welten in Zahlen aus:
| Komponente | SmartThings (Zigbee + Matter) | KNX |
| Zentrale / Hub | SmartThings Hub V3 ~120 € (oder im Samsung-TV/Kühlschrank integriert) | KNX Spannungsversorgung + IP-Router ~450 € |
| Heizungsregelung (6 Räume) | 6× Aqara/Danfoss/Popp Thermostat ~360 € | Heizungsaktor 6-fach + Stellantriebe ~600 € |
| Steckdosen schaltbar (6 Stück) | 6× Zigbee Smart Plug ~120 € | Schaltaktor 8-fach REG ~280 € |
| Lichtsteuerung (12 Kreise) | 12× Zigbee Dimmer-/Schalteinsatz (Aqara/Sonoff) ~360 € | Schalt-/Dimmaktor 8-fach + 4-fach Dimmer ~900 € |
| Rollladen/Jalousien (6 Stück) | 6× Zigbee Roller Shutter ~300 € | Jalousieaktor 8-fach ~500 € |
| Wandbedienung | Samsung-Smartphone / Aqara Smart Switch ~60 € | 6× KNX-Glastaster ~480 € |
| Tür-/Fensterkontakte (4 Stück) | 4× Aqara Zigbee ~80 € | 4× KNX-Kontakt ~140 € |
| Bewegungsmelder (3 Stück) | 3× Aqara Motion P1 ~90 € | 3× KNX-Präsenzmelder ~360 € |
| Wetterstation/Beschattung | Cloud-API einer Drittwetterstation | KNX-Wetterstation ~450 € |
| Installation 230 V (Elektriker) | ~500 € (UP-Module klemmen) | Im Schaltschrank-Komplettpreis enthalten |
| Konfiguration / Programmierung | DIY in SmartThings-App ~0 € | ~1.500–3.500 € |
| Gesamtkosten | ~1.990–2.500 € | ~5.660–7.660 € (Vollausstattung) |
SmartThings liegt also bei rund einem Drittel der Kosten von KNX – aber mit voller Cloud-Abhängigkeit, hub-zentrierter Architektur und ohne integrierte Beschattung mit Wetterstation. Für ein Mittelklasse-Setup im Bestand ist SmartThings fair bepreist. Für Neubau-Bauherren mit Langzeit-Perspektive bleibt KNX die nachhaltigere Investition – gerade nach den Samsung-Cloud-Brüchen der Vergangenheit.
Mythen-Check
Mythos: „SmartThings ist ein offenes Smart-Home-System“
Halb richtig. SmartThings unterstützt offene Standards wie Zigbee, Z-Wave und Matter – das macht die Geräte-Auswahl groß. Die Plattform selbst ist aber proprietär: Routinen, Automationen, externer Zugriff laufen in der Samsung-Cloud. KNX ist konzeptionell offener, weil der Bus-Standard selbst herstellerneutral ist.
Mythos: „Wenn Samsung die Cloud abschaltet, ist nur die App weg, der Rest läuft weiter“
Falsch. Routinen, externer Zugriff und viele Automationen laufen in der Samsung-Cloud. Wenn die abgeschaltet wird, ist das System bestenfalls als „dumme Fernbedienung“ im Heimnetz nutzbar – und auch das nur für bestimmte Geräteklassen. Wer das nicht möchte, sollte KNX oder Home Assistant in Erwägung ziehen.
Mythos: „Samsung wird SmartThings nie einstellen“
Geschichte sagt: SmartThings ist seit 2014 unter Samsung schon mehrfach grundlegend umgebaut worden. Klassik-Hub V1/V2 ist 2022 abgeschaltet worden, Groovy 2023. Das heißt nicht, dass SmartThings morgen weg ist – aber es zeigt das Konzern-Risiko bei Cloud-zentrierten Plattformen.
Mythos: „Mit Matter funktioniert SmartThings auch ohne Cloud“
Matter ist ein Vernetzungs-Standard, aber die SmartThings-Plattform ist trotzdem Cloud-zentriert aufgebaut. Selbst Matter-Geräte brauchen für Routinen, Szenen und externe Zugriffe die Samsung-Cloud, wenn sie über den SmartThings-Hub orchestriert werden. Wer Matter komplett lokal will, ist mit Apple Home oder Home Assistant besser aufgestellt.
FAQ
Kann ich SmartThings und KNX gleichzeitig betreiben?
Ja. Über Home Assistant lassen sich SmartThings (via Cloud-API) und KNX (via IP-Router) in einer Oberfläche kombinieren. Praktisch für Bauherren, die im Hauptgebäude KNX und in Nebenräumen SmartThings haben.
Geht SmartThings ohne Internet?
Nur sehr eingeschränkt. Routinen, externer Zugriff und viele Automationen laufen in der Samsung-Cloud. Direkte Schaltkommandos im Heimnetz funktionieren für manche Geräte lokal. KNX kann komplett ohne Internet betrieben werden.
Wie viele Geräte kann ein SmartThings-Hub verwalten?
Realistisch ~150–200 Geräte pro Hub stabil. Für ein normales EFH reicht das. Für große Immobilien wird es eng. KNX hat praktisch keine Obergrenze (bis 65.000 Adressen pro Linie, viele Linien koppelbar).
Hat SmartThings eine Wetterstation oder Beschattungsautomatik?
Nur indirekt über Wetter-APIs von Drittanbietern. Für echte wettergeführte Sonnenschutzsteuerung mit Wind-/Regen-/Sonnenstand brauchen Sie KNX.
Was passiert mit SmartThings bei Ausfall des Hubs?
Der SmartThings-Hub ist die zentrale Schaltstelle für Zigbee/Z-Wave – fällt er aus, sind diese Geräte nicht erreichbar. Bei KNX laufen Aktoren auch ohne zentrale Bridge weiter.
Wie sicher ist SmartThings gegen Hacker?
Samsung hat eine ordentliche Sicherheitsarchitektur, regelmäßige Sicherheitsupdates und Two-Factor-Auth für das Konto. Aber: Cloud-Anbindung ist eine potenzielle Angriffsfläche. KNX im rein lokalen Betrieb ist prinzipbedingt sicherer.
Welches System ist datenschutzfreundlicher?
KNX rein lokal betrieben. Datenfluss bleibt im Haus. Samsung verarbeitet Cloud-Daten in mehreren Regionen, und das Geschäftsmodell des Konzerns ist mit Werbedaten verknüpft. Mehr Hintergrund:
Smart Home Datenschutz.
Wie lange wird SmartThings noch unterstützt?
Samsung garantiert keine konkrete Lebensdauer. Geschichte zeigt: Klassik-Hub V1/V2 wurden 2022 eingestellt, Groovy 2023. Realistische Erwartung: 7–10 Jahre pro Plattform-Generation, danach Migration nötig. KNX bietet 25–30 Jahre Update-Sicherheit durch den offenen Standard.
Welches System für Mieter – SmartThings oder KNX?
SmartThings – eindeutig. Rückbaubar, kein Eingriff in die Bausubstanz, kein Buskabel nötig. Für Mietwohnungen die offensichtliche Wahl. Für maximale Cloud-Unabhängigkeit im Mietverhältnis:
Shelly mit Home Assistant lokal.
Lohnt sich KNX schon im Reihenhaus mit 110 m²?
Bei Sanierung oder Neubau ja. Ein kleines KNX-Setup für Licht, Jalousie und Heizung ist ab ~4.500 € realistisch. Im Bestand ohne Sanierungsabsicht: SmartThings oder Bosch klar besser.
Fazit: SmartThings ist flexibel – KNX ist solide
Samsung SmartThings ist eine bemerkenswert flexible Plattform mit Top-Gehätekompatibilität (Zigbee + Z-Wave + Matter), günstigem Hub und solider App. Für Samsung-Haushalte und mittelgroße Bestandsbau-Setups eine echte Empfehlung.
Aber: Die Samsung-Cloud-Brüche der Vergangenheit (Klassik-Hub 2022, Groovy 2023) sind eine Warnung. Für ein Haus, das Sie 25+ Jahre selbst bewohnen wollen, ist KNX die nachhaltigere Investition. Offener Standard, herstellerneutral, kein Konzern-Risiko, dezentrale Robustheit, Profi-Bedienelemente, Wettergeführte Beschattung, PV-Energiemanagement und ein realer Wiederverkaufseffekt sprechen für KNX.
Unsere Empfehlung: Rechnen Sie im KNX-Konfigurator Ihren konkreten Preis. Wenn der Aufpreis im Verhältnis zum SmartThings-Setup zu hoch wirkt und Sie eh nicht mehr als Mid-Range-Komfort wollen – SmartThings ist die ehrliche Empfehlung. Wenn Sie langfristig denken und keine weitere Cloud-Migration mehr machen wollen – KNX ist die saubere Lösung.
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